BLKÖ:Friedrichsthal, Emanuel Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 359. (Quelle)
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Friedrichsthal, Emanuel Ritter von (Naturforscher, geb. zu Brünn 1809, gest. zu Wien 3. März 1842). Wurde in der theresian. Ritter-Akademie erzogen und trat in den österr. Staatsdienst; verließ aber denselben und machte Reisen. Die erste im J. 1834 nach Griechenland, der Türkei und Kleinasien. Von dieser Reise brachte er eine reiche naturhistor. namentlich botanische Ausbeute mit, wovon er einen großen Theil dem kaiserl. Naturalien-Cabinet in Wien schenkte, das übrige auf sein Gut Uhrschitz in Mähren schaffte. Im Druck erschien aus diesem Anlaß: „E. Ritt. von Friedrichsthals Reise in den südlichen Theilen von Neugriechenland. Beiträge zur Charakteristik dieses Landes“; herausgegeben von L. P. mit einem botanischen Anhange (Leipzig 1838). Nun besuchte er Serbien und studirte die Zustände dieses Landes; das wissenschaftliche Ergebniß dieses Ausflugs war das gleich dem vorigen während seines Aufenthaltes in der neuen Welt unter dem Pseudonym E. Thal erschienene Werk: „Serbiens Neuzeit in geschicht. polit. topograph. statistisch. nach naturhistor. Hinsicht“ (Leipzig 1840). Die lauge vorbereitete Reise nach Amerika trat er im Jahre 1837 an. F. reiste auf eigene Kosten, doch um seiner Reise größere Ausdehnung zu geben, hatte die Regierung ihm einen Beitrag gegeben und [360] um seine wissenschaftlichen Zwecke zu fördern, ihm den Titel eines Attaché der österr. Gesandschaft in den amerikanischen Staaten verliehen. F. bereiste nun die Antillen, die Republiken von Mittelamerika, Nicaragua und Costarica, zeichnete Landkarten, nahm barometrische Höhenmessungen vor, untersuchte die naturhistorischen und ethnographischen Zustände der durchreisten Länder und schickte der Regierung Berichte über Technik, Industrie und Handel jener Länder ein. Im Juli 1840 begann er von der Südostküste Yukatans seine Reise ins Innere, die Provinz ihrer ganzen Breite nach durchschreitend. Die Reise war durch die größten Mühseligkeiten erschwert. Von Palästen, Tempeln und interessanten architektonischen Objecten, die er auf seinem Zuge vorfand, nahm er zahlreiche daguerreotypische Ansichten auf, veranstaltete Nachgrabungen u. d. m. Endlich unterlag sein Körper den schädlichen Einflüssen des Clima’s, er wurde von einem Fieber befallen, das in Folge erlittenen Schreckens bei einem Ueberfalle von Wilden noch gefährlicher wurde. Erschöpft und krank kehrte er nach Europa zurück, und konnte noch in Paris dem Großmeister der Naturwissenschaft Alexander von Humboldt Bericht über seine Forschungen erstatten. Ende Oct. 1841 traf er auf das tiefste leidend in Wien ein; um seine Genesung zu finden, reiste er nach Mähren, doch bald war jede Aussicht, ihn der Wissenschaft zu erhalten, vergebens; schon nach wenigen Monden hatte er, erst 33 Jahre alt, geendet. Wohl fanden sich in seinem Nachlasse zahlreiche Aufzeichnungen vor, aber so fragmentarisch, kurz und oft unverständlich, daß eine gewünschte Verarbeitung derselben nur deßhalb unterblieben sein mochte, weil Niemand diesem schwierigen Geschäfte gewachsen war.

Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar 1846, Voigt, 8°.) XX. Jahrg. 1842, 11. Thl. S. 938, Nr. 362 [nach diesem und nach Meyers „Großem Convers.-Lexikon“ gest. 3. März]. – Oestr. Beobachter (Wiener Journal, 4°.) 1842, im Monate März. – Frankl (L. A.) Dr.), Sonntagsblätter 1842, S. 280: „Nekrolog“ [nach diesen gest. am 13. März, auch wird er daselbst als Eduard aufgeführt]. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon (Hildburghausen 1853, Bibliogr. Inst., Lex. 8°.) III. Suppl. Bd. S. 844.