BLKÖ:Gährich, Wenzel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Freyer, Abraham
Nächster>>>
Gaffenko, Georg
Band: 14 (1865), ab Seite: 455. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Wenzel Gährich in der Wikipedia
GND-Eintrag: 116333162, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Gährich, Wenzel|14|455|}}

* Gährich, Wenzel (Tonkünstler, geb. zu Zerchowitz in Böhmen 16. September 1794). Besuchte die Schule seines Geburtsortes und kam, als er zwölf Jahre alt war, nach Prag, wo er die Gymnasialclassen bei den Piaristen beendete. Zugleich übte er sich fleißig im Violinspiele, worin er ein schönes Talent beurkundete. Im Jahre 1813 begab er sich nach Leipzig, um an der dortigen Hochschule die Rechte zu hören. Da er aber auf sich selbst angewiesen war, mußte er das Studium aufgeben und eine Stelle als Violinist bei dem Leipziger Theater-Orchester annehmen. Hatte er bisher die Musik nur nebenher getrieben, jetzt, da er sich ihr ganz widmen wollte, begann er ernstlich ihr Studium. Im Violinspiele bildete er sich zu solcher Meisterschaft, daß er im Jahre 1825 nach Berlin als Kammermusicus zur königlichen Capelle kam. Nach zwanzigjähriger Thätigkeit, indem er in der Zwischenzeit sich durch gelungene Ballet-Compositionen vortheilhaft bekannt gemacht hatte, wurde er Balletdirigent bei der königlichen Oper. Im Jahre 1860 trat er in den Ruhestand über. G. war ein fleißiger Componist und schrieb die Musik zu mehreren Vaudevilles und Localpossen, einige Symphonien, Gelegenheits-Cantaten, ein Streichquartett, mehrere ein- und mehrstimmige Lieder, Tänze, Märsche u. dgl. m. Von seinen Balleten sind: „Don Quixote“, „Aladin“, „Die Insel der Liebe“ und „Der Seeräuber“ am bekanntesten geworden. Auch an höhere Aufgaben hat sich G. gewagt und außer einigen Arbeiten ernsten Styls, darunter Kirchensachen, auch zwei Opern: „Die Creolin“ und „Der Freibeuter“ vollendet. Ob er so glücklich gewesen, sie – ungeachtet seiner günstigen Stellung – zur Aufführung zu bringen, ist nicht bekannt. – Sein Sohn Georg, ein tüchtiger Bratschist und seit 1843 bei der königlichen Capelle als Kammermusicus angestellt, hat sich auch als guter Pianospieler bekannt gemacht.

Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden 1856, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Nachtrag S. 174.