BLKÖ:Gerhardi, Ignaz Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gergelyi, Matthäus
Band: 5 (1859), ab Seite: 152. (Quelle)
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Gerhardi, Ignaz Ritter von (Feldzeugmeister, geb. zu Wien 1779, gest. zu Venedig 13. Februar 1856). Trat im Mai 1796 als Cadet in’s Inf.-Reg. Nr. 16, damals Baron Terzi, und wurde im Sept. d. J. Fähnrich im Inf. Reg. Nr. 39 Graf Nadasdy, im Jän. 1799 Unterlieutenant im Inf.-Reg. Nr. 48. Die Schlachten von Verona (26. März), Magnan (5. April) und Novi (15. Aug.), in welch’ letzterer das Regiment sich mit Ruhm bedeckte, aber auch große Verluste erlitt, gaben dem 22jährigen Officier Gelegenheit zur Auszeichnung. Auch in den folgenden Feldzügen in. Italien 1805, in Polen 1809, in Rußland 1812, in den Tagen von Dresden, Leipzig und St. Georges, machte G. seine Talente und seinen persönlichen Muth geltend. Im neapolitanischen Feldzuge 1815, welchem G., seit Juni 1808 Hauptmann, beiwohnte, that er sich so hervor, daß seine Ernennung zum Major und die Verleihung des Ritterkreuzes vom Leopold-Orden erfolgte. Im März 1816 wurde G. General-Commando-Adjutant im Venezianischen zu Padua, und blieb es, als 1826 die Lombardie und Venedig unter ein General-Commando vereinigt wurden, bis Mai 1828, wurde nun Oberstlieutenant bei Nugent-Infanterie, im Nov. 1830 2. Oberst und im Jän. 1832 Oberst des 47. Inf.-Reg. Graf Kinsky. Im April 1835 zum Generalmajor und Brigadier zu Venedig ernannt, blieb er daselbst bis zu seiner Ernennung zum Feldmarschall-Lieutenant (Nov. 1844). Dieser Beförderung folgte seine Einberufung zur Dienstleistung beim General-Commando in Verona und 1846 die Verleihung der Inhabersstelle des 8. Inf.-Reg. Der Ausbruch der Revolution in Italien 1848 fand ihn in der eben gedachten Anstellung zu Verona. Er behauptete das wichtige Verona in der entscheidendsten Stunde, bis Feldmarschall-Lieutenant Baron D’Aspre mit seinem Corps aus Padua eintraf, und als älterer General das Commando der Stadt und der Festung übernahm. Die Veroneser, welche in G. einen Anhänger ihrer Sache wähnten, forderten von ihm nichts Geringeres, als die Uebergabe der Forts und der Castelle; der alte Degen erwiederte der Deputation lakonisch: „Geben darf ich sie Euch nicht, – wenn Ihr sie wollt, müßt Ihr sie nehmen“. Später verloren die Veroneser alle Lust zum „Nehmen“ derselben. Nach verschiedener Verwendung als Commandirender in Tyrol, dann als ad Latus in Italien, bat er nach 55jähriger Dienstleistung um Versetzung in den Ruhestand, welche auch [153] am 4. Juni 1850 mit Verleihung des Feldzeugmeister-Charakters erfolgte. G. zog sich nun nach Venedig zurück, wo er im Alter von 77 Jahren sein Leben beschloß.

Oestr. Militär-Kalender f. d. J. 1857. Herausg. von Dr. J. Hirtenfeld (Wien, Gerold, kl. 8°.) S. 192. – Militär. Zeitung (Wien, 4°.) IX. Jahrgang. (1856) Nr. 23, S. 183: „Nekrolog.“