BLKÖ:Gugel, Brüder

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Gugl, Matthäus
Nächster>>>
Guglielmi, Eugen
Band: 6 (1860), ab Seite: 26. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 142162094, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Gugel, Brüder|6|26|}}

Ob mit obigem Matthäus Gugl verwandt sind die drei Brüder Tonkünstler Gugel [wohl schreiben sie sich etwas verschieden von jenem, doch das will bei Namen dieser Art nicht viel bedeuten], ist nicht bekannt. Sie scheinen alle drei Oesterreicher zu sein, wenigstens erhielten sie ihre musikalische Ausbildung bei ihrem Oheim, Namens Scholl, in Wien. Der älteste war ein berühmter Klarinettist; die zwei jüngeren, Joseph (geb. um 1770) und Heinrich (geb. 1780), waren zwei der größten Waldhornisten Deutschlands. Um Geld zu erwerben, schickte sie ihr Vater bald auf Kunstreisen. 1795 kamen die letzten zwei nach Hildburghausen, wo sie als Kammermusici angestellt wurden, aber 1805 ob einer ihnen widerfahrenen Kränkung [sie wurden einer Weigerung wegen, auf einem Hofballe zu spielen, in Arrest gesteckt] ihren Abschied nahmen. Nun trennten sich die Brüder. Joseph ging nach St. Petersburg und wurde erster Hornist am kais. Theaterorchester; Heinrich begab sich nach Paris und man hörte seitdem nichts von ihm. Ihr Spiel, namentlich im Duett, war so ausgezeichnet, daß viele berühmte Tonsetzer ihnen ihre Compositionen widmeten. Auch sind sie die Erfinder der bekannten Sordinen, die sie später mit einer Klappe versahen, wodurch die feinsten Nuancirungen des Klanges möglich wurden. [Vergl. Ernst Ludwig Gerber: Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, A. Kühnel, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 429. – J. Meyer, Das große Conversations-Lexikon (Hildburghausen, Bibliogr. Institut) Bd. XIV, S. 304.]