BLKÖ:Gundy, Betty

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Gundulić
Nächster>>>
Gundy, Michael
Band: 6 (1860), ab Seite: 33. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Babette Gundy in der Wikipedia
GND-Eintrag: 131618962, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Gundy, Betty|6|33|}}

Gundy, Betty (Sängerin, geb. zu Carlsruhe um das Jahr 1825). Ist die Tochter des Kammermusikus Reuther in Karlsruhe und zog als neunjähriges Kind bei Gelegenheit eines Kinderconcertes die Aufmerksamkeit des Fürsten von Fürstenberg auf sich, der die Kosten ihrer Ausbildung übernahm. 15 Jahre alt, betrat sie die Bühne, genoß zugleich den Unterricht der Sängerin Sabine Heinefetter und ward in Wien, wohin ihr Vater übersiedelte, von Johann Gentiluomo zur Künstlerin ausgebildet. Letzteres Moment, daß sie ihre eigentliche Kunstbildung in Oesterreichs Hauptstadt erhielt, räumt ihr eine Stelle in diesem Werke ein. Unter mehreren Anträgen nahm sie den von Frankfurt a. M. an, wo sie unter Mendelssohn’s Anleitung sich besonders vervollkommnete; dann vermälte sie sich mit dem Baritonisten Gundy, mit welchem sie 1846 eine Kunstreise antrat, auf der sie die ersten deutschen Bühnen: Wien, Hamburg, Breslau, München, Prag, Cöln u. A., dann auch Paris und London besuchte und überall mit glänzendem Erfolge sang. In hochtragischen Partien leistete sie Vortreffliches. Ihr Repertoir ist übrigens sehr groß. Sie zählt in demselben die Partien des Fidelio, Romeo, der Valentine, Donna Anna, der Norma, Rezia, Königin der Nacht und Isabella, Lucretia, Susanne, Prinzessin von Navarra, der Rosine im „Barbier“ und der Agathe im „Freischütz“. In den letzteren Jahren singt sie an dem vereinigten Theater in Pesth, wo ihr Mann seit 1857 die Direction führt. In jüngster Zeit verlautete, daß sie mit ihrem Manne nach Wien übersiedeln und letzterer die Leitung des Josephstädter Theaters übernehmen werde. Doch wurde diesen Gerüchten in den Wiener Blättern (Ostdeutsche Post und Presse, December 1859) auf das Bestimmteste widersprochen.

Gallerie denkwürdiger Persönlichkeiten der Gegenwart. Nach Originalzeichnungen, Gemälden, Statuen und Medaillen (Leipzig, J. J. Weber, Fol. [1855]) S. 158 und auf Taf. 168 ihr Porträt. – Illustrirte Zeitung, herausg. von J. J. Weber (Leipzig, Fol.) 1854, 12. Aug., Nr. 580 [mit dem in Holz geschnittenen Porträte der Künstlerin]. – Porträt. Außer den bereits angeführten Holzschnitt-Porträten der Künstlerin besteht ein Stahlstich mit der Unterschrift: Betty Gundy. Ohne Angabe des Zeichners und Stechers 4°. Beilage der (Leipziger) Allgemeinen Moden-Zeitung.