BLKÖ:Gyulay, Genealogie des Hauses

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 6 (1860), ab Seite: 69. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Gyulay, Genealogie des Hauses|6|69|}}

Genealogie des Hauses Gyulay. Die Gyulay sind ein altes, aus Siebenbürgen stammendes Geschlecht und seit dem 17. Jahrhundert in Oesterreich bekannt. Es weist eine Reihe von Namen auf, welche in der österreichischen Kriegsgeschichte glänzen. Nach Lehotzky (S. 161) reicht der Ursprung dieses Geschlechtes auf die Zeiten des Königs Salomon (1063–1075) zurück, wo ein Otto G. die Würde eines Palatins bekleidete. Der Freiherrnstand kam nach Lehotzky 1732, nach Nagy bereits 1694 in die Familie, welche 1704 den Grafenstand erhielt. Indem wir mit Franz (I.) (1651) anheben, pflanzte sich das Geschlecht folgendermaßen fort; sein Sohn ist: Stephan (I.) (1662); von dessen Söhnen, Stephan (II.) und Franz (II.), wurde letzterer 1694 Freiherr, 1701 (nach Kneschke 1704) Graf. Er war zwei Mal vermält; zuerst mit Klara Barakonyi und dann mit Maria Rapy. Seine beiden Söhne, Graf Franz (III.) und Graf Stephan (III.), gründeten die zwei noch blühenden Linien, der erstere die ältere, der zweite die jüngere. Aeltere Linie (katholisch). Von Graf Franz (III.) aus der Ehe mit Maria Bánffy stammt Graf Samuel (I.) (s. d. S. 81); aus dessen Ehe mit Anna Bornemisza Graf Ignaz (s. d. S. 77), Graf Samuel (II.) und Graf Albert (s. d. S. 67). Der Aelteste, Graf Ignaz und der Jüngste, Graf Albert, pflanzten ihr Geschlecht fort. Aus der Ehe des Grafen Ignaz mit Julia Baronesse Edelsheim stammt Graf Franz (VI.) (s. d. S. 70). Aus der Ehe des Grafen Albert mit Julia Gräfin Wynants (gest. 1824) stammen 3 Söhne: Graf Samuel (III.) (geb. 19. April 1803), vermält (seit 12. Nov. 1838) mit Hermine von Hoffenegg (nach Kneschke), von Hoffmeister (nach Nagy und dem genealogischen Taschenbuche der gräflichen Häuser für 1859); Graf Albert (geb. 1805) und Graf Ludwig (gest. 1845). Graf Samuel (III.), der gegenwärtig das Haupt der älteren Linie ist, hat einen Sohn, den Grafen Ignaz Franz (geb. 24. Dec. 1839). Jüngere Linie (reformirt). Franz (III.), Bruder des Grafen Stephan (III.), pflanzte dieselbe fort. Graf Stephan war mit Judith Bánffy vermält. Aus dieser Ehe stammen 3 Söhne und 1 Tochter: Graf Franz (VI.), vermält mit Karolina Gräfin Haller; Graf Joseph, vermält mit Maria Freiin Josika; Graf Ladislaus (gest.) und Gräfin Katharina, vermält mit Gabriel Alvinszy. Graf Joseph pflanzte das Geschlecht fort. Er hatte eine Tochter: Gräfin Katharina, vermält mit Adam Graf Bethlen, und zwei Söhne: Graf Stephan, vermält mit Kora Gräfin Bánffy, und Graf Franz, vermält mit Susanna Karsándy. Ein Sohn dieser zwei ist Graf Ludwig (geb. 1800), das gegenwärtige Haupt der jüngeren Linie. Seine drei Schwestern sind: Karolina, vermält mit Peter Freiherrn von Frimont; Franziska, Witwe des Grafen Georg Vas von Czege, und Gräfin Constanze, vermält mit Ladislaus Graf Kunn von Osdola. [Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és leszármazási táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1859, Mor. Ráth, gr. 8°.) Bd. IV, S 478. – Kneschke (Ernst Heinrich Dr.), Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart (Leipzig 1854, O. Weigel) Bd. III, S. 156. – Historisch-heraldisches Handbuch der gräflichen Häuser (Gotha 1856, 32°.) S. 289 und 1112.] – Wappen. Gevierteter Schild mit zwischen dem 3. und 4. Felde eingepfropfter Spitze und Herzschild. Im goldenen Herzschild die Chiffer C. VI. Feld 1: in Roth ein auf grünem Boden einwärts schreitender gekrönter goldener Löwe, in linker Vorderpranke einen blanken Säbel mit goldenem [70] Griffe schwingend, in der rechten einen grünen Kranz abwärts haltend; 2: in Blau ein auf grünem Boden einwärts schreitender gekrönter goldener Löwe, in der rechten Vorderpranke ein goldenes Doppelkreuz emporhaltend, mit der linken ein silbernes Viertelrad, dessen Rundung links gekehrt, erfassend; 3: in Blau auf einem steilen, grünen gekrönten Berge ein vorwärtssehender geharnischter Ritter, der in jeder Hand einen goldenen, an der Krone des Berges befestigten Flügel hält; 4: in Roth auf silbernen Wellen eine schwimmende, gekrönte männliche Sirene mit silbernem, in die Höhe geschlagenen und einmal gewundenen Fischschwanze, mit in die Seite gestemmter Linken, mit der Rechten eine in die Höhe sich windende goldene Schlange emporhaltend. In der zwischen 3 und 4 eingepfropften goldenen Spitze ist eine grüne, in den Schwanz sich beißende Schlange. Den Schild bedeckt die Grafenkrone, auf derselben erheben sich drei gekrönte Helme, der rechte trägt den goldenen Löwen des 2. Feldes mit Kreuz und Viertelrad; der mittlere den Ritter des 3. Feldes mit den Flügeln, der linke den goldenen Löwen des ersten Feldes mit Säbel und Kreuz. Bei Kneschke ist der Ritter des 3. Feldes und des mittleren Helmes mit dem halben Leibe aus der Krone hervorwachsend dargestellt, bei Nagy am angezeigten Orte (S. 156) steht der Ritter in ganzer Figur auf Krone und Helm und hält mit seinen ausgestreckten Händen die Flügel-Enden. – Ganz verschieden von der vorstehenden Beschreibung des Wappens, welche den Abbildungen in Nagy und Kneschke entspricht, ist jene des „Gothaischen genealogischen Taschenbuches der gräflichen Häuser für 1859“, S. 328. Nach diesem ist der Hauptschild auch quadrirt, das Mittelschild aber zeigt in Silber einen doppelgeschwänzten gekrönten Löwen in natürlicher Farbe; in den Vorderpranken hält er einen blanken Stahlhelm, mit goldenen Beschlägen, rothem Futter und drei schwarzen Straußfedern zwischen einem offenen schwarzen Fluge rechts vor sich hin. 1 und 4 in Blau ein rothgekleideter freier Arm mit abwärts gebogenem Ellenbogen, der in der einwärts gewendeten Faust einen blanken Säbel schwingt; 2 und 3 in Roth auf einem natürlichen spitzen Felsen eine einwärts gewendete silberweiße Taube mit erhobenen Flügeln, welche auf ihrem rechten Fuße steht und einen Oelzweig im Schnabel hält. Der mit der Grafenkrone bedeckte Helm trägt den Löwen des Mittelfeldes. Dieß dürfte wohl das Wappen einer andern Familie Namens Gyulai sein, deren Nagy mehrere aufzählt, jenes der Gyulay von Maros-Németh und Nadaska ist das erstbeschriebene. Schildhalter: Diese sind bei Nagy zwei auswärts sehende Windspiele mit hervorstehender rother Zunge, mit beiden vorderen Pranken den Schild haltend; nach dem genealogischen Taschenbuche zwei auswärts sehende goldene Löwen.