BLKÖ:Habsburg, Margaretha (Tochter des Herzogs Ernst des Eisernen)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 3. (Quelle)
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Margaretha von Österreich (1416–1486) in der Wikipedia
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188. Margaretha von Oesterreich (geb. 1416, gest. 6., nach Anderen 12. Februar 1486), Tochter des Herzogs Ernst des Eisernen aus dessen zweiter Ehe mit Cimburgis von Masovien. Margaretha ward 1431 mit Friedrich dem Friedfertigen, Churfürsten von Sachsen, vermält. Sie gebar demselben neun Kinder, wovon drei, u. z. Heinrich und Alexander in der Kindheit, Friedrich, 12 Jahre alt, starben; zwei Töchter, Hedwig und Margaretha, in’s Kloster gingen und erstere (gest. 12. November 1519) Aebtissin zu Quedlinburg, letztere zu Seuselitz war; zwei andere Töchter, Amalia und Anna, in die Fürstengeschlechter Wittelsbach und Brandenburg heiratheten, u. z. Amalia (geb. 1435, gest. 18. November 1502) den Herzog Ludwig den Reichen in Bayern; die zweite, Anna (geb. 7. März 1436, gest. 31. October 1512), den Churfürsten Albrecht von Brandenburg; und die zwei Söhne, Ernst (geb. 25. März 1441, gest. 26. August 1486) und Albert der Beherzte (geb. 27. Juli 1443, gest. 12. September 1500), das Churhaus Sachsen in zwei noch blühenden Linien, der Ernestinischen und Albertinischen, fortpflanzten. Margaretha ist sonach, da die Nachkommenschaft des Churhauses Sachsen von Agnes [4] [Bd. VI, Nr. 4], der Tochter Rudolph’s von Habsburg, mit Albrecht III., dem letzten aus dem Ascanischen Stamme, im Jahre 1422 ausstarb, die zweite Stammmutter des Churhauses Sachsen. Margaretha ist es auch, an deren Söhnen Ernst und Albrecht von dem berüchtigten Kunz von Kaufungen der in der Geschichte bekannte Prinzenraub am 7. Juli 1454 verübt worden, welchen der Räuber (am 14. Juli 1454) wie auch mehrere seiner Genossen mit dem Tode büßten. Die Geschichtschreiber melden, daß Margaretha bedeutenden Einfluß auf ihren Gemal ausgeübt habe; so werden die Vertreibung der Juden aus Meissen, die Beendigung des thüringischen Bruderkrieges ihr zugeschrieben, auch ward ihr für ihre Person das Münzrecht gestattet. Ihren Gemal (gest. 7. September 1464) überlebte Margaretha um 22 Jahre. Nach dessen Tode wurde ihr Altenburg als Witwensitz angewiesen, wo sie auch im hohen Alter von 70 Jahren starb.

Tentzel (Wilhelm Ernst), Der sächsischen und anderer churfürstlichen auch kaiserlichen und königlichen Häusser glückseligsten Stammmutter Frauen Margarethen, Churfürstin zu Sachsen, geborne Erzherzogin zu Oesterreich, wahrhaftiger Todestag (Gotha 1700, 12°.). – Schneider (Joh. August), Biographische Fragmente von der Churfürstin Margaretha von Oesterreich, der Stammmutter des Hauses Sachsen (Altenburg 1801, 8°.). – Willisch (Christian Friederich), Dissertatio de Margaretha Austriaca Friderici II uxore (Lipsia 1719, 4°.). – Fugger (Joh, Jac.), Spiegel der Ehren des Erzhauses Oesterreich (Nürnberg 1668, kl. Qu. Fol.) S. 440 und 441; 620 u. f.