BLKÖ:Hahne von Waffentreu, Johann Ritter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 202. (Quelle)
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Hahne von Waffentreu, Johann Ritter (Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Tabor in Böhmen im Jahre 1786, gest. zu Prag 11. November 1854). Sohn eines Hauptmannes, der in Folge seiner 30jährigen treuen Dienste 1815 den Adel erhalten hatte, wurde in der Wiener Neustädter Militär-Akademie erzogen und trat aus derselben 8. Juli 1801 in das Infanterie-Regiment Nr. 28. Er diente in allen Feldzügen der Jahre 1805, 1809, 1813–1815, 1848 und 1849. Bei Hünningen (im März 1814), als Oberlieutenant (seit 1. August 1813), commandirte er eine Compagnie. Es sollte die zweite Parallele eröffnet, zu diesem Zwecke aber früher eine in deren Bereich liegende Schanze genommen werden. Mit einer und einer halben Compagnie nahm Hahne die Schanze, und die Eröffnung der Parallele begann. Am 1. December 1821 wurde er Capitän, am 1. März 1828 Hauptmann, am 13. Juni 1834 Major, am 3. Februar 1843 Oberstlieutenant, am 10. October 1845 Oberst. Als solcher commandirte er das Infanterie-Regiment Benedek. Am 10. Juni 1848 erkämpfte er sich an der Spitze seines Regiments bei der Erstürmung des Monte Berico zu Vicenza den Leopold-Orden. Später that er sich noch bei Somma Campagna und San Siro hervor, wurde 1849 General-Major und machte den Streifzug gegen Garibaldi im Römischen mit. Nach beendetem Feldzuge erhielt er das Festungscommando zu Legnago, wo er am 7. Juli 1851 sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte. 1853 trat er über sein Ansuchen mit Feldmarschall-Lieutenants-Charakter in den Ruhestand, aber schon im nächsten Jahre erlag er, 68 Jahre alt, den Folgen eines Sturzes vom Pferde, wodurch er sich das Rückenmark verletzt hatte.

Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender für das Jahr 1856 (Wien, kl. 8°.) Jahrgang VII, S. 208. – Tapferkeitszeugniß des Majors Freiherrn von Horn vom 20. October 1813. – Tapferkeitszeugniß vom 24. Mai 1830. – Tapferkeitszeugniß des Regiments Graf Latour Nr. 28 vom 12. Juni 1848. – Tapferkeitszeugniß des Feldmarschalls Radetzky vom 3. Juli 1848. – Adelstands-Diplom vom 29. September 1815 und Ritterstands-Diplom vom 1. Mai 1849. – Wappen. Das ursprüngliche Wappen bei der Adelsverleihung des Vaters hat der Sohn bei seiner Erhebung in den Ritterstand ganz aufgegeben, und dieses letztere wird hier beschrieben. Ein von Silber und grüner Farbe in die Länge getheilter und mit einem Mittelschilde versehener Schild. Den Schild durchzieht ein rothes mit Silber schmal gerändertes Andreaskreuz, welches mit zwei in derselben Form aufrecht gestellten Schwertern mit goldenen Gefäßen belegt ist. Im goldenen Mittelschilde erscheint auf einem grünen Berge eine aus natürlichem Gesteine erbaute Burg mit zehn Zinnen und einem Vorsprunge in der Mitte. Im Vorsprunge sind sechs Fenster in zwei Reihen und ein verschlossenes Thor, dann in den beiden Gebäudeflügeln zu jeder Seite des Vorsprunges neun oblonge viereckige Fenster in drei Reihen zu sehen. Aus den mittelsten Zinnen ragt eine rothe, nach links flatternde Sturmfahne empor. Auf dem Schilde stehen zwei zu einander gekehrte gekrönte Turnierhelme. Aus der Krone des rechten Helmes erhebt sich ein aus natürlichen Quadern erbauter, unten breiterer Thurm mit fünf Zinnen, zwei runden Schußöffnungen, geschlossenem Thore; auf der [203] mittleren Zinne flattert wie im Herzschilde eine rothe Fahne. Aus der Krone des linken Helmes erhebt sich ein geharnischter Mann mit einem von schwarzen Straußfedern besteckten Helmkamme, mit geöffnetem Visir, welcher in der Rechten ein blankes Schwert am goldenen Gefäße zum Streiche schwingt und den linken Arm in die Seite stemmt.