BLKÖ:Hauer, Franz Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hauer, Gregor
Band: 8 (1862), ab Seite: 59. (Quelle)
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Hauer, Franz Ritter von (Naturforscher, k. k. Bergrath und erster Geolog der k. k. geologischen Reichsanstalt, geb. zu Wien 30. Jänner 1822). Sohn des k. k. geheimen Rathes und Vicepräsidenten der k. k. Hofkammer, Joseph Ritter von Hauer [siehe: II. Hervorragende Glieder der Edlen, Ritter und Freiherren [60] von Hauer, S. 57, Nr. 8]. Er erhielt die erste Erziehung im Elternhause und wurde durch das Vorbild seines Vaters, der eine der bedeutendsten paläontologischen Sammlungen in Wien angelegt hatte und mit den hervorragendsten Celebritäten dieses Faches im In- und Auslande in Verbindung stand, schon in jungen Jahren auf das Studium der Naturkunde, namentlich der Geologie und Paläontologie, geleitet. Die Gymnasialstudien vollendete er an dem k. k. Gymnasium bei den Schotten, den philosophischen Lehrcurs an der Universität in Wien, und bezog darauf die k. k. Bergakademie zu Schemnitz, wo er vom Herbste 1839 bis zum Frühjahre 1843 die montanistischen Studien absolvirte. Zunächst wurde er dann der k. k. Bergverwaltung in Eisenerz zugetheilt, schon im Herbste 1843 aber zu den Vorlesungen des damaligen k. k. Bergrathes W. Haidinger nach Wien einberufen, und nach Vollendung des Lehrcurses noch für ein weiteres Jahr zur Dienstleistung am k. k. montanistischen Museum zugetheilt. Nach Ablauf dieses Jahres wurde ihm von dem damaligen Präsidenten der k. k. Hofkammer, Freiherrn von Kübeck; die Wahl gestellt: entweder auf sein bis dahin bezogenes Taggeld zu verzichten, oder seine Stellung am k. k. montanistischen Museum aufzugeben und wieder in den praktischen Montandienst zurückzutreten. Er entschloß sich unbedenklich zu Ersterem und wurde nach Ablauf eines weiteren Jahres im Sommer 1846 zum Assistenten am k. k. montanistischen Museum ernannt. Im Februar 1848 erwählte ihn die kais. Akademie der Wissenschaften zum correspondirenden, im Jahre 1861 zum wirklichen Mitgliede. Den Sommer 1848 brachte er im Auftrage und auf Kosten der kais. Akademie auf Reisen in Deutschland, Frankreich und England, den Sommer 1849 ebenso auf solchen in einigen Kronländern der österreichischen Monarchie zu. Im December 1849 wurde er zum Bergrathe und ersten Geologen der k. k. geologischen Reichsanstalt ernannt. Die relativ bedeutendsten seiner Arbeiten sind die über die Gliederung der Schichtgebirge in den Alpen, die paläontologischen Untersuchungen über neue Cephalopoden in den Alpen, und die geologischen Landesaufnahmen, namentlich in Tirol, in der Lombardie, im nordöstlichen Ungarn und in Siebenbürgen. Seine Schriften sind mit Uebergehung der Vorlagen, Anzeigen und Berichte über verschiedene Werke anderer Autoren u. dgl. m., betreffs welcher auf das von Haidinger in den Quellen angegebene „Sendschreiben“ gewiesen wird, folgende und zwar selbstständige: „Die Cephalopoden des Salzkammergutes aus der Sammlung Seiner Durchlaucht des Fürsten von Metternich“ (Wien 1846, mit 11 Tafeln, 4°.); – „Geologische Uebersicht der Bergbaue der österreichischen Monarchie“ (Wien 1855, 4°.), in Gemeinschaft mit Fr. v. Foetterle; – „Beiträge zur Paläontographie von Oesterreich“. 2 Hefte (Wien und Olmütz 1858 und 1859, 4°.); – in Sammelwerken abgedruckte, und zwar in den Berichten über die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften in Wien, unter Anderen: „Petrefacten des Aningerberges bei Mödling“ (Bd. I, 1846, S. 34); – „Cephalopoden von Hallstadt“ (S. 59); – „Gebirgsschichten von Guttaring und Althofen“ (S. 132); – „Caprinen der Gosauformation in Oesterreich“ (S. 142); – „Monotis in den österreichischen Alpen“ (S. 160); – „Cephalopoden aus dem Bleiberger Muschelmarmor“ (S. 174); – „Versteinerungen von Dienten in Salzburg“ (S. 187); – „Neuer Fundort tertiärer Fischreste [61] bei Porcsesd in Siebenbürgen“ (S. 206); – „Fossilien von Porcsesd“ (Bd. II, 1842–1847, S. 47); – „Mineralien von Pregratten“ (S. 192); – „Cephalopoden von Aussee“ (S. 227); – „Fossilien von Korod“ (S. 421); – „Kreideversteinerungen von Nagorzany bei Lemberg“ (S. 433); – „Geologische Beschaffenheit der Umgebungen von Hörnstein“ (Bd. III, 1847, S. 65); – „Fossilien aus den österreichischen Alpen“ (Noten zu W. Haidinger’s geologischen Beobachtungen aus den österreichischen Alpen) (S. 347); – „Cephalopoden von Rossfeld“ (S. 476); – „Versteinerungen aus den venetianischen Alpen“ (Bd. IV, 1848, S. 373); – „Neue Cephalopoden von Hallstatt und Aussee“ (S. 377); – „Eocen-Fossilien aus Südsteiermark“ (Bd. V, 1848 und 1849, S. 39); – „Ausläufer der Alpen, westlich von Neustadt und Neunkirchen“ (Bd. VI, 1849/1850, S. 10); – „Fossilien vom Berge Szallas bei Schemnitz“ (Bd. VII, 1850, S. 19); – „Fossilien von Ischl und St. Wolfgang“ (S. 21); – in den naturwissenschaftlichen Abhandlungen, gesammelt und durch Subscription herausgegeben von W. Haidinger: „Ueber die Cephalopoden aus dem Muschelmarmor von Bleiberg in Kärnthen“ (Bd. I, 1847, S. 21); – „Ueber Caprina Partschii“ (S. 109); – „Neue Cephalopoden aus dem rothen Marmor von Aussee“ (S. 257); – „Ueber die Fossilien von Korod in Siebenbürgen“ (S. 349); – „Ueber neue Cephalopoden aus den Marmorschichten von Hallstatt und Aussee“ (Bd. III, S. 1); – in den Sitzungsberichten der math. naturwiss. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften: „Bericht über die von Hauer und Dr. Hörnes unternommene Reise nach England u. s. w.“ (Bd. I, 1848, S. 583); – „Ueber die Fossilien der Venetianer Alpen“ (Bd. II, S. 15); – „Ueber die richtige Deutung der Schichten, welche Nummuliten enthalten“ (S. 262); – „Ueber die Gliederung der geschichteten Gebirgsbildungen in den östlichen Alpen und den Karpathen“ (Bd. IV, 1850, S. 274); – „Beiträge zur Kenntniss der Heterophyllen der österreichischen Alpen“ (Bd. XII, 1854, S. 861); – „Beiträge zur Kenntniss der Capricornier der österreichischen Alpen“ (Bd. XIII, 1854, S. 94); – „Ueber einige unsymmetrische Ammoniten aus den Hierlatzschichten“ (S. 401); – „Ueber einige Fossilien aus dem Dolomite des Mt. Salvatore bei Lugano“ (Bd. XV, 1855, S. 401); – „Ueber die Cephalopoden aus dem Lias der nordöstlichen Alpen“ (Bd. XVI, 1855, S. 183); – „Ein Beitrag zur Kenntniss der Fauna der Raibler Schichten“ (Bd. XXIV, 1857, S. 537); – „Ein geologischer Durchschnitt der Alpen von Passau bis Duino“ (Bd. XXV, S. 258); – in den Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien, math. naturwiss. Classe: „Beiträge zur Kenntniss der Cephalopodenfauna der Hallstätter Schichten“ (Bd. IX, 1855, S. 141); – „Ueber die Cephalopoden aus dem Lias der nordöstlichen Alpen“ (Bd. XI, 1856, S. 1); – im Jahrbuche der k. k. geologischen Reichsanstalt: „Ueber die geognostischen Verhältnisse des Nordabhanges der Alpen zwischen Wien und Salzburg“ (Bd. I, 1850, S. 17); – „Ergebnisse der Bereisung der Kronländer Venedig und Lombardie“ (S. 377); – „Der Goldbergbau von Vöröspatak in Siebenbürgen“ (Bd. II, 1851, Heft 4, S. 64); – „Ueber die geologische Beschaffenheit des Körösthales im östlichen Theile des Biharer Comitates in Ungarn“ (Bd. III, 1852, Heft 1, S. 15); – „Fossilien von der Dürrn- und Klausalpe bei Hallstatt“ (Bd. III, 1852, H. 1, S. 184); – „Gebirgsarten und Fossilien aus Dalmatien“ (H. 1, S. 192); – „Geologische Verhältnisse der Umgegend von Lohatschowitz“ (Bd. IV, [62] 1853, S. 193); – „Gliederung der Trias-, Lias- und Juragebilde in den nordöstlichen Alpen“ (S. 715); – „Neue Cephalopoden aus den Hallstätter Schichten“ (Bd. V, 1854, S. 204); – „Petrefacten aus den Südalpen“ (S. 216); – „Eocenformation in Oesterreich“ (S. 879); – „Ausdehnung der Eocenformation im Erzherzogthume Oesterreich“ (S. 897); – „Versteinerungen aus den Kössener Schichten von Enzesfeld“ (Bd. VI, 1855, S. 176); – „Cephalopoden aus den rothen Lias der Karpathen“ (S. 183); – „Das Quecksilber-Vorkommen von Gagliano bei Cividale“ (S. 810); – „Geologischer Durchschnitt von Passau nach Duino“ (S. 881); – „Curioni’s Gliederung der Triasgebilde in der Lombardie“ (S. 887); – „Untersuchungsreise in die Roman-Banater Militärgränze“ (Bd. VII, 1856, S. 382); – „Geologische Untersuchungen in der Lombardie“ (S. 843); – „Petrefacten aus dem Banate“ (S. 844); – „Schichten mit echten Muschelkalkpetrefacten in den Südalpen“ (Bd. VIII, 1857, S. 166); – „Der Verrucano“ (S. 183); – „Ueber die Eocengebilde im Erzherzogthume Oesterreich und in Salzburg“ (Bd. IX, 1858, S. 103); – „Erläuterungen zu einer geologischen Uebersichtskarte der Schichtgebirge der Lombardie“ (S. 445); – „Geologische Beschaffenheit der Umgegend von Reutte“ (Sitzungsber. S. 16); – „Ammoniten aus den Jura-Schichten der Südalpen“ (Sitzungsber. S. 47); – „Berichte über die geologischen Aufnahmen im nordöstlichen Ungarn“ (Sitzungsb. S. 83, 97, 115); – „Bericht über die geologische Uebersichtsaufnahme im nordöstlichen Ungarn“ (Bd. X, 1859, S. 365); – „Die Lias-Gebilde im nordöstlichen Ungarn“ (Sitzungsber. S. 21);. – „Die jurassischen Kalksteine im nordöstlichen Ungarn“ (S. 46); – „Karpathensandstein im nordöstlichen Ungarn“ (S. 67); – „Reiseberichte aus Siebenbürgen“ (S. 87, 105, 130); – „Geologische Uebersichtskarte des östlichen Siebenbürgen“ (S. 180); – „Gegen Stoppani’s: Rivista geologica della Lombardia u. s. w.“ (S. 192); – in den Mittheilungen der k. k. geographischen Gesellschaft: „Höhenmessungen im nordöstlichen Ungarn“ (Bd. III, S. 71); – in der Wiener Zeitung: „Erinnerungen an geologische Streifzüge in Siebenbürgen“ (1860, Nr. 3, 4, 6, u. s. w.); – im Jahrbuche für den Berg- und Hüttenmann des österreichischen[WS 1] Kaiserstaates für 1849: „Ueber die von der englischen Admiralität eingeleiteten Untersuchungen britischer Steinkohlen“ (S. 207); – „Die Schieferbrüche von Glanberris[WS 2] in Nordwales“ (S. 231); – im neuen Jahrbuche für Mineralogie u. s. w. von C. C. von Leonhard und H. G. Bronn: „Die Organisation der k. k. geologischen Reichsanstalt“ (Jahrg. 1850, S. 194); – „Ueber die Gliederung des Alpenkalkes in den Ostalpen“ (S. 584); – „Alter österreichischer Tertiärbildungen“ (Jahrg. 1853, S. 330); – in der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft in Berlin: „Ueber Nummuliten und rothe Marmore in den Alpen“ (Jahrg. 1852, S. 517); – in den Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereines in Wien: „Geologische Gliederung der Nordostalpen“ (Bd. IV, 1854, S. 48); – „Bernstein im Karpathensandstein“ (S. 77). – im statistischen Berichte der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer für 1854: „Uebersicht der geologischen Verhältnisse des Erzherzogthumes Oesterreich unter der Enns“. – Von Hauer’s bei verschiedenen Versammlungen der Naturforscher gehaltenen Vorträgen sind noch anzuführen: Bei dem IX. Congresse italienischer Gelehrten in Venedig 1847: „Ueber die Ammoniten von Hallstatt“ (Diario S. 49); – „Ueber Wiener Sandstein“ (Diario S. 90); [63]bei der XXIX. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Wiesbaden 1852: „Ueber die von der k. k. geologischen Reichsanstalt aufgenommene Karte von Niederösterreich“ (Tageblatt, S. 51); – bei der XXXIX. Versammlung der allgemeinen schweizerischen Gesellschaft in St. Gallen 1854: „Ueber neue Ammoniten der Adnether Schichten“ (Verhandlungen S. 38); – „Ueber die geologische Karte des Erzherzogthumes Oesterreich“ (Verhandl. S. 40) – und bei der XXXII. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Wien 1856: „Geologischer Durchschnitt der östlichen Alpenkette“ (Tageblatt S. 70) – „Geologische Karte der lombardischen Kalkalpen“ (Tageblatt S. 70). Wie schon oben bemerkt worden, ist H. wirkliches Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, zu deren correspondirendem Mitgliede er bereits bei der allerersten Wahl am 1. Februar 1848 ernannt wurde; außerdem haben ihn die bedeutendsten naturwissenschaftlichen Gesellschaften des In- und Auslandes, von ersteren die k. k. Akademie zu Roveredo, der Werner-Verein zu Brünn, der geognostische zu Gratz, der geologische zu Pesth, der naturwissenschaftliche zu Hermannstadt, von letzteren, die naturforschenden Gesellschaften zu Halle, Marburg, Dresden, Wiesbaden, Nürnberg, Philadelphia, Moskau, der kön. Gesellschaft der Wissenschaften zu Lüttich, die geologische zu Berlin, die Wetterau’sche Gesellschaft zu Hanau und die kais. Leopoldinisch-Karolinische Akademie zu ihrem Mitgliede gewählt und führt er in der letztgenannten den Beinamen Karl Haidinger. Auch sind nach ihm benannt die Hauerina, eine Korallengattung aus der Ordnung der Polythalamia, im Tegel von Wien vorkommend; der Hauerit, ein dem Braunstein entsprechendes, natürlich vorkommendes Schwefelmangan, das im Schwefelwerk Kalinka bei Neusohl in Ungarn vorkommt, und die Hauera, nach Unger ein Thymäliengeschlecht aus der Ordnung der Aquilarineen, wovon die Species americana auf der Insel Antigua und bei Papantle in Mexico, die Species stiriaca in den miocenen Sandschichten von Kalsdorf bei Ilz in Steiermark vorkommt.

Haidinger (W.), Sendschreiben an die Hochverehrten, zur Wahl 1857 versammelten wirklichen Mitglieder der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. Als Manuscript gedruckt für den Verfasser (Wien 1857, M. Auer, Lex. 8°.) Enthält ein vollständiges Verzeichniß der Werke Hauer’s bis zum Jahre 1857]. – Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften für 1852, S. 167. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, J. Amb. Barth, Lex. 8°.) Sp. 1033.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: österrreichischen.
  2. Llanberis (Wikipedia).