BLKÖ:Henry, Alois

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hensel, Friedrich
Band: 8 (1862), ab Seite: 309. (Quelle)
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Henry, Alois, nach Anderen Ludwig (Balletmeister, geb. zu Versailles 5. Mai 1784, Todesjahr unbekannt). Hatte sich in seinem Vaterlande in der Tanzkunst ausgebildet; als er im Jahre 1806 nach Mailand kam, wurde er für den Carneval 1807 als erster Tänzer für das Theater della Scala engagirt. Von Mailand begab er sich nach Neapel, wo er durch eine Reihe von Jahren als Choreograph und erster Tänzer wirkte, zugleich aber auch als Gast auf anderen Bühnen in verschiedenen Ländern Proben seiner seltenen Kunstfertigkeit gab. Im Jahre 1825 – also 51 Jahre alt – entsagte H. dem Tanze, begann aber dafür als Balletmeister seine Thätigkeit. Im Jahre 1831 war H. und bereits zum dritten Male, Balletmeister des k. k. Hoftheaters nächst dem Kärnthnerthore, wohin ihn Duport, Pächter dieser Bühne, berufen hatte. H. hat im Ganzen 91, darunter 32 fünfactige Ballete, und zwar für Neapel allein 60, für Mailand 14, für Paris 7, für Wien 10 geschrieben. Von letzteren nennen wir: „Adelheid von Frankreich“; – „Die Maskerade im Theater“; – „Hamlet“; – „Arsena“; – „Die Amazonen“; – „Ismann’s Grab“; – „Die Brigittenau“; – „Orpheus und Euridice“; – „Wilhelm Tell“; – „Der Triumph der Treue“. In vielen derselben wirkten die berühmten Tänzerinen Fanny und Therese Elsler mit. Henry’s Ballete waren poetisch gedacht, sinnig entworfen und in überraschender Weise ausgeführt. Bei genauer Berechnung des Raumes wußte er einen Reichthum von Ideen zu entfalten, der Alles entzückte.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. II, S. 549. –Theater-Zeitung von Adolph Bäuerle 1831, Nr. 113, S. 458. – Dieselbe 1832, Nr. 49, S. 194.