BLKÖ:Hentzi, Genealogie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 8 (1862), ab Seite: 320. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hentzi, Genealogie|8|320|}}

Genealogie und Wappen. Die Hentzi’s, oder wie sie sich früher schrieben: Henzi’s, sind ein Bern’sches Patriziergeschlecht, und schon Samuel Henzi[WS 1] (geb. 1701, gest. 1749) starb auch den – wenngleich unfreiwilligen – Tod für’s Vaterland, in welchem der Uebermuth der mächtigen Familien ausgeartet war. Es standen sich zwei Parteien, die aristokratische, welche alle Aemter in Anspruch nahm, und die demokratische, welche gegen diese aus einer solchen Uebung entstandenen Mißbräuche ankämpfte, gegenüber. Aber die Macht der ersteren überwog und als 26 Bürger der zweiten Partei eine in anständiger Sprache abgefaßte Vorstellung gegen diese Unfüge einbrachten, wurden mehrere der Unterzeichneten, darunter auch Samuel Henzi aus Bern verbannt. Samuel Henzi aber war ein unterrichteter Mann, ein glücklicher satyrischer Dichter, der schon früher ein kleines Amt in Bern bekleidet, dann als Hauptmann in Diensten des Herzogs von Modena gedient hatte und darauf nach Bern zurückgekehrt war. Durch eine neuerdings erfahrene Zurücksetzung erbittert, schloß er sich einer Verschwörung an, die nichts geringeres als den Sturz der Verfassung und zwar mit Gewalt auszuführen vorhatte. Die Sache wurde durch einen Candidaten der Theologie verrathen und Henzi, der am mindesten Schuldige, mit noch zwei Anderen, dem Kaufmanne Niklas Vernier und dem Lieutenant Emanuel Fueter, zum Tode verurtheilt und das Urtheil an ihnen auch vollzogen. Henzi starb wie ein Römer, ohne Furcht, Gnade zu bitten verschmähend, mit Ruhe. Seine beiden Söhne: Rudolph und Ludwig, letzterer scheint unseres Ofner Helden Heinrich Vater zu sein. wurden von der Mutter nach Holland gebracht. Die Mutter sprach an der Grenze des Vaterlandes vom Schmerz überwältigt, die denkwürdigen Worte: „Wenn sie glauben müßte, die Söhne würden nicht dereinst des Vaters Tod rächen, so wollte sie lieber, daß sie vor ihren Augen in den Fluthen untergehen“. Lessing hatte diesen Stoff zu einem Trauerspiele, das jedoch unvollendet geblieben, verarbeiten wollen (Lessing’s sämmtliche Werke (Leipzig 1841, Goeschen, Lex. 8°.) S. 260–266). Rudolph fand eine Anstellung bei dem Prinzen-Erbstatthalter der Niederlande, wurde Gouverneur der Pagen und gab mit seinem Landsmanne Wagner im Jahre 1785 das Prachtwerk: „Vues de montagnes de la Suisse“ (Amsterdam, 40 vorzügl. Blätter in Fol.) heraus und starb im Jahre 1803. Sein Bruder, wenn es Ludwig ist, wie alle Umstände und auch das Alter desselben dafür sprechen, trat in österreichische Kriegsdienste und der Enkel des von den Bernern gemordeten Samuel, General-Major Heinrich H., sollte in edlerer Weise als es die Mutter meinte, den Tod des Vaters sühnen und den Namen eines seltenen Heldengeschlechts der Nachwelt überliefern. [Vergleiche die ausführliche Darstellung der Verschwörung Samuel Henzi’s in Escher’s Artikel in der Ersch und Gruber’schen „Encyklopädie“, II. Section, 5. Theil, S. 358.] – Heinrich Hentzi erhielt schon mit Diplom vom 17. Juli 1844, anläßlich seiner 40jährigen Dienstzeit, den erbländischen Adel mit dem Prädicate Edler von Arthurm. Sein Sohn Heinrich, aus seiner (seit 2. October 1816) mit Eleonore von Bertolan geschlossenen Ehe, zuletzt Major in Ruhestand (gestorben Anfang 1862 als der Letzte dieses Geschlechts in Oesterreich), erhielt mit Diplom vom 10. September 1652 den Freiherrnstand. – Wappen. Ein goldener Schild, auf dessen Fußrande sich drei grüne Hügel erheben und aus der Mitte der beiden Seitenränder Wolken hervorbrechen. Aus diesen ragen zwei bloße rechte Arme, einander entgegengestreckt und die Hände ineinander legend, hervor. Zwischen den beiden Händen mit dem Stengel durchgesteckt erscheint eine rothe, fünfblättrige und goldbesäumte Rose mit vier grünen Blättern, je zwei auf jeder Seite des Stengels aufrecht gesteckt. Den Schild bedeckt die Freiherrnkrone und auf derselben steht ein offener in’s Visir gestellter Helm, den eine goldene Krone ziert, aus welcher ein Thurm mit drei Zinnen mit verschlossenem Thore mit zwei über diesem angebrachten Schußöffnungen sich erhebt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Samuel Henzi (Wikipedia).