BLKÖ:Herrmann, Martin Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 387. (Quelle)
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Herrmann, Martin Ritter von (Oberst und Commandant des Militärgestütes zu Radautz, geb. zu Mezöhegyes in Ungarn 1788, gest. zu Radautz in der Bukowina 6. März 1857). Trat am 1. September 1804 als Gemeiner in das k. k. Militärgestüt zu Mezöhegyes, in welchem er am 18. November 1807 zum Wachtmeister vorgerückt war und am 16. Mai 1809 ins Infanterie-Regiment Freiherr Vukassovich Nr. 48 übersetzt wurde. Durch seinen in der Schlacht bei Aspern bewiesenen Muth hatte er sich die Fähnrichsstelle (22. Mai 1809), bei Wagram die des Unterlieutenants erfochten, kam im Juli d. J. als Unterlieutenant in das Huszaren-Regiment Hessen-Homburg Nr. 4, aber am 11. Mai 1811 in gleicher Eigenschaft ins Militärgestüt zu Mezöhegyes zurück, wo er am 16. März 1821 zum Oberlieutenant vorrückte. Als solcher kam er am 1. September 1825 in das k. k. Militärgestüt zu Radautz in der Bukowina, wurde am 16. Juni 1824 [388] zweiter, am 1. October 1832 erster Rittmeister und am 16. März 1838 Major, zuletzt Oberst und Commandant des letztgenannten Gestütes. Während seiner Dienstleistung in den kaiserlichen Militärgestüten machte er sich als Hippolog um die Hebung der Pferdezucht und der Landescultur in der Bukowina um so mehr verdient, als er mit großen Hindernissen zu kämpfen, aber dieselben durch Ausdauer zu besiegen verstanden hatte. Durch kluge Wirthschaftsgebarung und eine geschickte innere Organisation der ihm anvertrauten Anstalten hatte er den kostspieligen Ankauf der Remonten im Auslande entbehrlich gemacht. In den Jahren 1848 u. 1849 erhielt er in dem umfangreichen und wichtigen Radautzer Bezirke gegenüber der feindlichen Umsturzpartei die Ruhe und Ordnung aufrecht und leitete mit großer Umsicht die Verproviantirung der in Siebenbürgen operirenden Armee. Indem ihm für das Emporblühen der Pferdezucht in der Bukowina viele Danksagungsadressen des dortigen Adels wurden, verlieh ihm Seine Majestät der Kaiser am 9. April 1849 das Ritterkreuz des Leopold-Ordens, welchem mit Diplom vom 28. März 1850 die Erhebung in den erblichen Ritterstand folgte. Nach 57jähriger und darunter 20jähriger Dienstzeit als Stabsofficier, starb er im Alter von 69 Jahren.

Militär-Zeitung (Fortsetzung des Oesterreichischen Soldatenfreundes) (Wien, 4°.) 1857, Nr. 58, S. 464: „Nekrolog“. – Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender für das Jahr 1858 (Wien, kl. 8°.) Jahrg. IX, S. 250. – Ritterstands-Diplom vom 28. März 1850. – Wappen. Im blauen Schilde der goldene Kopf nebst Hals eines Steinbockes. Auf dem Schilde ruhen zwei gegeneinander gekehrte gekrönte Turnierhelme. Aus den Kronen jedes derselben ragen drei Straußfedern, eine blaue zwischen zwei goldenen, empor.