BLKÖ:Hirsch, Simon

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Hirsch, Leopold
Nächster>>>
Hirsch, Zacharias
Band: 9 (1863), ab Seite: 53. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hirsch, Simon|9|53|}}

Simon H. (Arzt), geb. 5. Juni 1805 zu Horschitz in Böhmen von jüdischen Aeltern. Sein Vater David Hirsch war Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde zu Horschitz, als welcher er 1859 im April, im Alter von 81 Jahren starb. Der Sohn Simon beendete das medicinische Studium in der Josephsakademie in Wien, wo er auch die verschiedenen ärztlichen Doctorgrade erwarb; wurde dann Oberarzt im Cheveauxlegers-Regimente Nr. 4, 1844 Regimentsarzt, der erste seines Glaubens, im Uhlanen-Regimente Nr. 4, als welcher er Umsicht, Treue und Eifer in Verrichtung seiner ärztlichen Pflichten bewährte. Im März 1848 war er Chefarzt im Militärspitale zu Cremona: die Anträge der provisorischen revolutionären Regierung, in ihre Dienste zu treten, wies er zurück und wurde in Folge dessen als Kriegsgefangener behandelt, bis er sich durch Flucht selbst ranzionirte; später, in der Schlacht bei Somma Campagna und Custozza, übernahm er binnen 24 Stunden 670 Verwundete vom Schlachtfelde, behandelte sie und vollführte glücklich 36 Amputationen; im Jahre 1850 zog er mit dem Regimente Erzherzog Albrecht nach Schleswig-Holstein und wurde dort zum Divisions-Chefarzte ernannt, ward dann Chefarzt der Besatzung in Toscana und im Jahre 1858 Stabsarzt. Als Feldmarschall Radetzky im Jahre 1855 von der Cholera befallen wurde, war H. sein Arzt und Retter, und als solchen stellte ihn der genesene Feldmarschall der Armee vor. H. wurde für seine mannigfaltigen Verdienste 1860 mit dem Ritterkreuze des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. [Wertheimer (Jos.), Jahrbuch für Israeliten 5616 (1855–1856) (Wien, J. Knöpfelmacher). Neue Folge, 2. Jahrgang, S. 188; – Dasselbe 5619 (1858–1859), neue Folge, 5. Jahrg. S. 285. – Rosenberg (Leopold), Jahrbuch für die israelitischen Cultusgemeinden in Ungarn und seinen Nebenländern 5621 (1860–1861) (Arad, H. Goldscheider, 8°.) I. Jahrg. S. 315 und 331.]