BLKÖ:Hufnagel, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hufnagel, Georg
Band: 9 (1863), ab Seite: 411. (Quelle)
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Hufnagel, Franz (Hauptmann in der kais. Armee). Zeitgenoß. Am 5. Mai 1849 commandirte Hufnagel als Oberlieutenant einen Vorposten nördlich von Malamocco in den Lagunen. Ihm gegenüber befand sich ein Zollhaus am Vereinigungspuncte mehrerer Canäle mitten in den Lagunen, welches den Venetianern zum Depot diente, gewöhnlich von 120 Mann mit 2 Kanonenbooten besetzt war und von der kais. Flottillenabtheilung vergeblich zu nehmen versucht wurde. Auf die Wahrnehmung, daß die Venetianer diesen Punct, von dem sie durch öftere Ausfälle den kais. Truppen viel Schaden zufügten, für uneinnehmbar hielten und die gewöhnlichen Vorsichts- und Sicherheitsmaßregeln vernachlässigten, gründete Hufnagel den verwegenen Plan, den er am oben genannten Tage ausführte. Er führte zur Sicherung seines Rückens eine Abtheilung von 30 Mann bis an den ersten Canal, nahm dann einen Mann, der ein guter Schwimmer war, mit sich, versah ihn mit Pechkränzen und Feuerzeug und durchschwamm mit ihm die 5 Canäle, die ihn vom Zollhause trennten. In der Nähe desselben rasteten beide Schwimmer im Schilfe aus und näherten sich dann vorsichtig dem Zollhause, welches sie unbesetzt und versperrt fanden, und ungesäumt in Brand steckten. Alsdann schwammen sie wieder die 5 Canäle zurück, wobei sie von den Wachschiffen in Malamocco auf ihrer Schwimmtour mit einem Kugelregen überschüttet wurden, jedoch glücklich bei ihrer Truppe anlangten. Hufnagel wurde für seine Waffenthat am 31. Mai 1850 mit dem Orden der eisernen Krone ausgezeichnet. H. scheint aus dem activen Kriegsdienste entweder ganz aus- oder in den Ruhestand übergetreten zu sein, denn die Militär-Schematismen der letzteren Jahre führen ihn nicht mehr auf, wohl aber erscheint er noch im „Hof- und Staatshandbuch für das Jahr 1860“ (ein späteres erschien nicht mehr), auf S. 64 (der zweite in der ersten Spalte), unter den Rittern [412] des Ordens der eisernen Krone dritter Classe.

Tiroler Volksblatt (Innsbruck, 4°.), redigirt von D. Schönherr, Jahrgang 1850, S. 136: „Verwegene Tapferkeit des Oberlieutenant Hufnagel“. –