BLKÖ:Illeschütz, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 488. (Quelle)
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* Illeschütz, Johann (k. k. Oberst, geb. zu Vallendegg bei Pettau in Steiermark 9. December 1808, gest. in Folge der in Schleswig erhaltenen Wunden zu Berlin 13. Juni 1864). Bauernsohn, besuchte das Gymnasium zu Marburg, wurde aber im Jahre 1828 zu Kinsky-Infanterie Nr. 47 als Gemeiner assentirt. Nach dreizehnjähriger Dienstzeit brachte er es im Jahre 1841 zum [489] Lieutenant, wurde im Jahre 1848 Oberlieutenant, 1850 Hauptmann 1. Classe, 1851 in gleicher Eigenschaft zum Infanterie-Regimente Nr. 53 übersetzt, 1853 mit dem Verdienstkreuze ausgezeichnet, 1854 zum Infanterie-Regimente Nr. 50 übersetzt und im nämlichen Jahre zum Major im Regimente befördert. Als solcher kam er im Jahre 1857 zum Infanterie-Regimente Nr. 52 und im Jahre 1860 zum Infanterie-Regimente Nr. 78, in welchem er im letztgenannten Jahre zum Oberstlieutenant vorrückte. Im Jahre 1862 neuerdings zum 27. Infanterie-Regimente übersetzt, wurde er in demselben am 8. Februar 1862 zum Obersten und Regimentscommandanten ernannt. Das Regiment König der Belgier Nr. 27 marschirte mit seinem Obersten in den deutschen Krieg nach Schleswig-Holstein. Wie tapfer sich das Regiment gehalten, melden die Kriegsrapporte. Zu den Helden dieses Krieges zählte auch Oberst Illeschütz, der sich namentlich am Tage bei Oeversee (6. Februar) durch eine Bravour ohne Gleichen ausgezeichnet hatte, aber auch im Kampfe schwer verwundet wurde. Um Heilung oder doch Linderung seiner schweren Wunden zu suchen, wollte er sich im Juni über Berlin nach Teplitz zum Gebrauch der dortigen Bäder begeben. Aber schon in Berlin erlag er seinen Wunden. Der tapfere Oberst war bereits am 10. März mit dem Orden der eisernen Krone 3. Classe ausgezeichnet und später auch noch von anderen Fürsten decorirt worden. In Berlin wurde Oberst I. mit allen militärischen Ehren bestattet. Prinz Albrecht von Preußen und Feldmarschall von Wrangel wohnten der Beerdigung bei. In seinem Geburtsorte sollte dem Helden durch Vermittelung des Bezirksvorstehers von Pettau, Statthaltereirath Nagy, in der dortigen Dorfcapelle ein Denkmal errichtet werden. Man beabsichtigte nämlich in das Frontispice über der Eintrittsthüre eine steinerne, von militärischen Emblemen umgebene Tafel mit folgender (slovenischer) Inschrift zu setzen, welche wörtlich übersetzt lauten würde: „Zum Andenken an den wohlgebornen (!) Herrn Johann Illeschütz, Obersten des steierischen Regimentes „König der Belgier“, geboren den 19. December 1808, verwundet auf dem Schlachtfelde in Schleswig am 6. Februar, gestorben in Berlin am 13. Juni 1864, Herzensgüte, Tapferkeit, Treue für den Kaiser hat dich besonders erhöht“ [1].

Der Kamerad (Wiener militärisches Blatt, 4°.) 1864, S. 395 u. 402. – Wiener Zeitung 1864, Nr. 138, S. 554. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. 167 Abendbl. – Mährischer Correspondent (Olmützer polit. Blatt, gr. 4°.) 1864, Nr. 41 u. 150. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1864, Nr. 167 und 208. – Korrespondent für Untersteiermark (Marburg) 1864, Nr. 90.

  1. Das Bedürfniß einer Revision aller für öffentliche Denkmäler jeder Art bestimmten Inschriften macht sich täglich mehr geltend.