BLKÖ:Irasky, Jacob Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Irasek
Band: 10 (1863), ab Seite: 289. (Quelle)
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Irasky, Jacob Freiherr von (Artillerie-Oberstlieutenant und Maria Theresien-Ordensritter, geb. zu Hohenmauth in Böhmen 1766, gest. zu Brünn 20. December 1836). Trat aus den Studien freiwillig am 8. April 1783 in das Kaiser-Infanterie-Regiment Nr. 1, kam noch am 1. Mai d. J. in das 3. Artillerie-Regiment, in welchem er 11 Jahre in den unteren Chargen diente und am 11. Mai 1794 als Feuerwerker in das Bombardiercorps übersetzt wurde, am 26. September 1799 wurde er Oberfeuerwerker und endlich am 19. Februar 1805 nach 23jähriger Dienstzeit Unterlieutenant im 2. Feldartillerie-Regimente. Am 1. Juli 1812 rückte er zum Oberlieutenant im 3. Feldartillerie-Regimente, am 16. November 1815 zum wirklichen Hauptmann vor, als welcher er mit 1. Juli 1821 zum Garnisons-Artillerie-Postocommandanten zu Brünn ernannt wurde. Im Juli 1833 als Major nach Innsbruck übersetzt, trat er schon zwei Jahre später nach 52jähriger Dienstzeit mit Oberstlieutenants-Charakter in den Ruhestand. Irasky hatte 17 Feldzüge mitgemacht, und zwar von 1784 auf 1785 gegen Holland; 1788 bis 1790 gegen die Pforte; 1793 bis 1797, 1799 bis 1801, 1805, 1809, 1813 und 1814 gegen Frankreich und wohnte in diesen 9 Belagerungen, 3 Winterblockaden, 2 Erstürmungen fester Plätze und 14 Schlachten bei. Oft (9mal) schwer und leicht verwundet, that er sich bei verschiedenen Anlässen besonders rühmlich hervor. Bei dem Sturme auf die feindliche Schanze vor Kehl (1. Jänner 1797) erkämpfte er sich als Feuerwerker die silberne Tapferkeitsmedaille; bei der Affaire am Flusse Tidone (17. Juni 1799) trug er mit seiner Cavallerie-Batterie wesentlich zum siegreichen Ausgange des Gefechtes bei; bei Novi (am 7. November 1799) erkämpfte er sich die goldene Tapferkeitsmedaille und seine Beförderung zum Oberfeuerwerker; bei dem Sturme auf die Hohlberger Anhöhen, bei den Angriffen auf die Dörfer Seifertsheim und Holzhausen (16. und 17. October 1813) gab er erneuerte Beweise beispielloser Herzhaftigkeit. Seine schönste Waffenthat aber verrichtete er bei Montereau (18. Februar 1814). Sein Geschütz trefflich vertheilend, brachte er mit demselben solche Wirkung hervor, daß der weit überlegene Feind zu weichen begann und die Unseren in den Dörfern la Marc und la Folie festen Fuß fassen konnten. Als der Feind mit erneuerten Verstärkungen und mit 12 Geschützen angriff, errieth Irasky seine Absicht: die in la Marc und la Folie sich haltenden Abtheilungen der Unseren abzuschneiden. Ohne erst Befehl abzuwarten, stellte er sein Geschütz rasch so glücklich auf, daß er sowohl das feindliche Geschütz zum Schweigen brachte, wie auch mit seinem wohlgezielten Feuer in den Reihen des Feindes eine so mörderische Wirkung hervorbrachte, daß dieser in völlige Unordnung gerieth und jeden weiteren Plan aufgeben mußte. Als jedoch der Feind seine Anstrengungen erneuerte, setzte auch I. sein Feuer, und obgleich schwer verwundet, doch so lange fort, bis er entkräftet [290] vom Pferde sank und seine Geschütze noch zum Rückzuge beordernd, vom Schlachtfelde getragen werden mußte, für diese schöne That wurde I. im Capitel vom 12. August 1815 mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Seinen Ruhestand genoß I. nur ein Jahr; in Brünn, wohin er übersiedelt, starb er im Alter von 70 Jahren. Im Jahre 1831 wurde I. den Statuten des Maria Theresien-Ordens gemäß in den Freiherrnstand erhoben.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Hof- und Staatsdruckerei, 4°.) S. 1289 u. 1750. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 372. – Verdienstbeschreibung vom 4. December 1830. – Freiherrnstands-Diplom vom 21. Mai 1831. – Wappen. Quergetheilter Schild. Der obere Theil ist schrägerechts in Blau und Gold getheilt. In der oberen Schildeshälfte ist im blauen Felde ein aus dem äußeren Schildesrande hervorwachsender geharnischter, ein entblößtes Schwert in der Hand haltender Arm; im goldenen Felde liegt schrägrechts ein Sarazenenkopf, mit dem schwarzen Haarbüschel in der Mitte des kahlen Schädels. In der unteren Schildeshälfte steht in freier Luft auf grünem Boden eine achtzinnige Festungsmauer mit fünfzinnigem Festungsthurme in der Mitte, der ein geschlossenes Thor zeigt. Den Schild deckt die Freiherrnkrone, auf welcher sich drei Turnierhelme, die äußeren nach innen, der mittlere in’s Visir gestellt, erheben. Auf der Krone des rechten Helms ruht der geharnischte Arm, dessen Hand ein Schwert hält, an welchem in der Mitte ein Sarazenenkopf steckt; auf der Krone des linken Helms schwebt zwischen zwei blauen Büffelhörnern eine brennende Granate; die mittlere Helmkrone trägt einen doppelten schwarzen Adler mit offenem Schnabel, rothausgeschlagener Zunge und von sich gestreckten Fängen. Die Helmdecken sind durchgehends blau mit Gold unterlegt. Die Schildhalter sind zwei aufrecht stehende goldene Löwen mit offenem Rachen, rothausgeschlagenen Zungen und rückwärts aufgeschlagenen Schwänzen.