BLKÖ:Janković von Jeszenicze, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 77. (Quelle)
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Genealogie der Janković von Jeszenicze. Der obige Nikolaus von J. entstammt einer reichen, weitverzweigten und noch heute in mehreren Aesten blühenden ungarischen Adelsfamilie, welche während der Türkenkriege um die Mitte des 17. Jahrhunderts aus Croatien nach Ungarn übersiedelte, wo zwei Brüder, Nikolaus und Andreas, die zwei Hauptlinien bildeten, deren eine, die des Nikolaus, in Ungarn fortblüht, die andere, die des Andreas, in Frankreich, wohin sie, durch eigenthümliche Verhältnisse veranlaßt, übersiedelte, in den vierziger Jahren dieses Jahrhunderts erlosch. Der Alterthumsforscher Nikolaus ist der Enkel des Begründers der in Ungarn blühenden Linie. Ein Oheim des Alterthumsforschers Nikolaus J., nämlich Georg, und zwei seiner Brüder, Ladislaus und Joseph, stifteten die noch blühenden drei Zweiglinien. Von den Nachkommen des Andreas ist bemerkenswerth sein Sohn Joseph (geb. zu Szklenó 22. Februar 1706), der in jungen Jahren nach Galizien und dann an den Hof des polnischen Königs Stanislaus Leszczyński kam, der den Jüngling lieb gewann, auf seine Kosten die Studien vollenden ließ und ihm später hohe Aemter verlieh. Joseph folgte seinem königlichen Gönner 1730 nach Frankreich, wo er heirathete und in den Adelstand erhoben wurde. Sein Sohn Anton Stanislaus (geb. zu Luneville 7. Juli 1763, gest. 6. Juni 1847) trat nach beendeten Studien in die kön. Armee, kam 1786 um seine Adelsdocumente nach Ungarn und diente sofort unter Ludwig XVI., Ludwig XVIII. und Karl X. 1817 erhielt er den französischen Baronstitel und unter Karl X. war er Mitglied der Deputirtenkammer. Mit königlicher Bewilligung stiftete er in Frankreich für seinen einzigen Sohn Anselm aus seiner Ehe mit Maria Lucia Falconet ein Majorat. Aber Anselm starb, 24 Jahre alt, im Jahre 1830. Anton Stanislaus besuchte zwei Jahre später das Heimatland seiner Väter, beschenkte das ungarische Museum mit merkwürdigen historischen Schriftstücken und anderen Gegenständen und setzte den Vincenz von Jankovich, einen Urenkel seines Vetters Georg, eines der Stifter der drei Zweiglinien, zum Erben seiner Güter in Frankreich ein. [Jonquières (Raoul de ), A. S. N. P. F. de Jankovitz de Jezenicze, ancien député et ancien préfet de la Meurthe etc. etc. (Paris 1847, 8°.). – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és leszármazási táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1859, Moriz Ráth, 8°.) Bd. V, S. 302–308.] – Wappen. Im blauen Felde ein auf grünem Boden aufrecht stehender doppeltgeschweifter goldener Löwe mit offenem Rachen, ausgeschlagener rother Zunge, in der rechten Pranke einen grünen Lorberkranz, in der linken einen grünen Palmenzweig haltend. Auf dem Schilde ruht ein gekrönter Turnierhelm, aus dessen Krone eine weiße rothfüßige Taube mit ausgespannten Flügeln sich erhebt, die in ihrem rothen Schnabel einen grünen Palmenzweig hält. Die Helmdecken sind rechts roth mit Silber, links blau mit Gold unterlegt.