BLKÖ:Jannach, Johann Karl von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Janku (Parteigänger)
Band: 10 (1863), ab Seite: 80. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Jannach, Johann Karl von|10|80|}}

Jannach, Johann Karl von (Schriftsteller, geb. zu Obernberg am Inn 1801, gest. zu Wien 27. December 1836). Sein Vater war k. k. Rentmeister, des talentvollen Knaben aber nahm sich [81] sein Onkel, der jubil. k. k. Pfleger J. B. von Wenzler an, der den 10jährigen Knaben zu sich nach Linz kommen ließ, wo er den Vorunterricht der lateinischen Sprache erhielt. Aber die Lage des mit großer Familie belasteten Vaters, der überdieß in den französischen Kriegen Vermögensverluste erlitten, war nicht darnach angethan, den Sohn studiren zu lassen, nur der lebendige Drang des Knaben, der flehentlich bat, studiren zu dürfen, bewog den Vater dieses Opfer zu bringen, und J. bezog, 15 Jahre alt, das Gymnasium zu Passau, im Jahre 1816 nach der Landesveränderung jenes zu Salzburg. Mit Zeichnen, kalligraphischen Arbeiten und Unterrichtertheilen, namentlich in der Mathematik, verbesserte er seine Existenz. J. begab sich nun, um Medicin zu studiren, nach Wien, als der Tod seines Vaters die Beendigung seiner Studien verzögerte, welche endlich durch die Hilfe mehrerer Freunde, die sich des Jünglings annahmen, ermöglicht wurde. Neben seinem Berufe als praktischer Arzt blieb er der Muse, der er frühzeitig zu huldigen begonnen hatte, treu. Das „Salzburger Kreisblatt“ vom Jahre 1821 enthält seine ersten Arbeiten, später brachten deren die „Wiener Mode-Zeitung“, die Ebersberg’schen „Feierstunden“ (seit 1832–1835), das „Linzer Bürger-Blatt“ (seit 1831) und die Taschenbücher „Vesta“, „Huldigung der Frauen“, „Frauenlob“. Es sind Gedichte und Erzählungen, welche ein frisches Talent und eine nicht gewöhnliche Gestaltungsgabe beurkunden. J. starb im besten Mannesalter von 35 Jahren in einem Zeitpuncte, wo er eben als ausgebildeter Arzt die Früchte langjähriger mühevoller Studien ernten sollte.

Feierstunden für Freunde der Kunst u. s. w. Herausg. von J. S. Ebersberg (Wien, gr. 8°.) Jahrg. 1835, Nr. 43 der „Blätter zur Uebung des Scharfsinns u. s. w.“ – Oesterreichischer Zuschauer, herausg. von J. S. Ebersberg (Wien, gr. 8°.) Jahrg. 1836, S. 72.