BLKÖ:Japelli, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 95. (Quelle)
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Japelli, Joseph (Architekt, geb. zu Venedig 18. Mai 1783, gest. ebenda 8. Mai 1852). Erhielt eine ausgezeichnete Erziehung in der Clementinischen Akademie zu Bologna, und kehrte nach beendeten Studien, erst 18 Jahre alt, nach Venedig zurück. Dort nahm er unter dem Architekten Antonio Selva einen dreijährigen praktischen Lehrcurs in der Architektur und war bei der Leitung des Baues der berühmten, zum Schutze gegen das Meer errichteten Murazzi thätig. Nunmehr begann er als selbstständiger Ingenieur seine Wirksamkeit. Unter der französischen Herrschaft wurde der Vicekönig Eugen auf ihn aufmerksam, und J., so jung er war, zum Stabsofficier im Geniecorps ernannt. Nachdem Venedig wieder an Oesterreich kam, trat J. in’s Privatleben zurück, und lebte ganz der Ausübung seiner Kunst, Entwürfe und Bauten ausführend. Unter letzteren sind anzuführen: das großartige Caffé Pedrocchi, das öffentliche Schlachthaus, das Theater und der Palast Giacomini zu Padua, die Gartenhäuser und Anlagen des Marchese Picenardi zu Cremona, des Baron Testa zu Castelguelfo, des Grafen Cittadella Vigodarzere zu Savenara, des Herrn Gregoretti bei Bassano, des Herrn Treves zu Padua, des Herzogs Torlonia zu Rom, des Herrn Sopransi zu Mailand, u. m. a. Unter seinen Entwürfen sind hervorzuheben der großartige der Universität in Padua, welcher ihm damals von dem Erzherzoge Rainer übertragen wurde; des sogenannten Entrepôt für Venedig, des Monumentes für Palladio und mehrere Entwürfe für aufsteigende Eisenbahnen. J. hatte in seinem Wissens- und Bildungsdrange ausgedehnte Reisen nach Deutschland, Frankreich, Belgien und England unternommen, sich mit den hervorragendsten Männern seiner Kunst, unter andern auch mit dem berühmten Brunnel in Verbindung gesetzt, und überhaupt die Fortschritte seiner Kunst in der Fremde sorgfältig beobachtet und bei seinen Arbeiten in der Heimat das Nachahmenswerthe ausgeführt. Das Institut der Wissenschaften und Künste zu Venedig hatte ihn zum wirklichen Mitgliede ernannt, ferner war er Mitglied der Akademie der bildenden Künste zu Venedig, der gelehrten Akademien zu Rom, Bologna, Padua und Ravenna, des Institutes der englischen Architekten zu London u. v. a. In J.’s Arbeiten vereint sich mit der Kühnheit des Gedankens Geschmack und Zweckmäßigkeit in der Anordnung. Ununterbrochen bis an sein Lebensende thätig, starb er nahezu 70 Jahre alt.

Cosmorama pittorico (Milano, kl. Fol.) Serie II, Anno 2do (1852), No. 41: „Cenno biografico“ di G. Constantini. – Rivista periodica dei lavori della I. R. Academia di scienze, lettere ed arti di Padova (Padova, 8°.) Tomo II (1853–1854); „Elogio di G. Jacopelli“ da Cittadella Vigodarzere. – Sorgato (Gaetano Abb.), Memorie funebri antiche e recenti raccolte (Padova 1856, coi tipi dal Seminario, gr 8°.) Tomo I, p. 158.