BLKÖ:Jelen, Alois

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Jele, Kaspar
Nächster>>>
Jelinek, Karl
Band: 10 (1863), ab Seite: 132. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 101288418X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Jelen, Alois|10|132|}}

Jelen, Alois (Liedercomponist und Abgeordneter des österr. Reichstages 1848, geb. in Böhmen 1800, gest. zu Chwala bei Prag 15. October 1857). Trat nach beendeten Studien in den Staatsdienst und war zuerst Kanzelist, dann Registrant im Prager Gubernial-Archiv. Er bekleidete letztere Stelle bis zum Jahre 1848, in welchem er, der bisher nur in musikalischen Kreisen bekannt war, aus seiner Zurückgezogenheit hervortrat, und zwar zuerst als Capellmeister jenes unheimlichen, unter dem Namen „Swornost“ nur zu bekannt gewordenen Corps, später aber als Abgeordneter des ersten österreichischen Reichstages, in den er im Bezirke Beneschau gewählt wurde. Als Ordner spielte er in demselben eine weniger äußerlich hervorragende, als vielmehr als čechischer und die Extreme vermittelnder Vertrauensmann der Regierung einflußreiche Rolle. Im J. 1849 wurde er zum Reichstagsarchivar und nach Auflösung des Reichstags zum Archivsdirector im k. k. Ministerium des Innern in Wien ernannt. Von seiner Wirksamkeit auf diesen beiden Posten ist, obgleich ihm ein schönes Feld geboten war, nichts zu melden. Uebrigens war Jelen ein geschickter Musiker und hat sich um Hebung des nationalen Gesanges und der Musik in der That Verdienste erworben. In früheren Jahren schrieb er mehrere sangbare Lieder in čechischer Sprache und setzte mehrere, im Volke verbreitete Gedichte čechischer Poeten, als von Hanka und A. in Musik. Auch führte J. mehrere Jahre hindurch die Leitung der Sophienakademie. Die letzten Lebensjahre brachte J. in Prag zu, wo er auch im Alter von 57 Jahren starb. J. war ein populärer Mann, der mit der zuthulichen Weise, die er besaß, Anhänger zu gewinnen, und für die [133] Zwecke, die er im Auge hatte, zu fesseln verstand. Mehrere böhmische Städte hatten ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Blätter für Musik von Zellner (Wien, 4°.) 1857, Nr. 84. – Rittersberg, Kapesní slovníček novinářský a konversační, d. i. Kleines Taschenwörterbuch für Conversation (Prag 1850, Pospišil, 12°.) Theil I, S. 866. – Presse (Wiener polit. Journal, kl. Fol.) 1857, Nr. 239. – Časopis českého Muzeum, d. i. Zeitschrift des böhmischen Museums (Prag, 8°.) Jahrg. 1856, Heft I. [Daselbst wird sein Wahlspruch mitgetheilt, welcher lautet:

„Vše jen ku chvále
Vlasti a krále“
,] –

Reichstags-Gallerie. Geschriebene Porträts der hervorragendsten Deputirten des ersten österreichischen Reichstages (Wien 1849, Jasper, Hügel und Manz, gr. 8°.) Heft 3 u. 4, S. 110.