BLKÖ:Job, Franz Sebastian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Joanovics
Band: 10 (1863), ab Seite: 222. (Quelle)
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Job, Franz Sebastian (Schulmann, geb. zu Neuenburg vor dem Walde in der Oberpfalz 20. Jänner 1767, gest. zu Wien 13. Februar 1834). Trat jung in das Seminar St. Paul in Regensburg, erhielt 1791 die Priesterweihe und wurde dann Präfect im obigen Seminar. 6 Jahre versah er diese Stelle und hörte zu gleicher Zeit am Regensburger Lyceum Dogmatik und canonisches Recht unter Spaun und Glocker. Nach Spaun’s Tode (1796) von diesem zu seinem Nachfolger vorgeschlagen, lehnte J. die Stelle [223] ab, da er Kenntniß hatte von einem älteren, nicht minder würdigen Bewerber um dieselbe. 1797 wurde J. Professor der Philosophie und Mathematik am Regensburger Lyceum, und 1806 der Moraltheologie und Pädagogik daselbst, 1800 Präfect des Lyceums und Gymnasiums, 1803 Schulrath, 1806 Examinator synodalis. Unter manchen Wechselfällen blieb J. in seiner Stellung, welcher zu Liebe er wiederholte Berufungen auf Pfarrstellen abgelehnt hatte. Da erhielt er im Juni 1808 den Ruf, der Prinzessin Karolina Augusta von Bayern (jetzigen Kaiserin-Witwe von Oesterreich) nach Stuttgart zu folgen, wohin sich die Prinzessin zu ihrem Gemale, dem damaligen Kronprinzen, nachmaligen Könige Wilhelm von Württemberg, begab. Als diese Ehe 1815 wieder gelöst wurde, gab Job der Königin nach Würzburg, und als 1816[WS 1] deren Vermälung mit dem Kaiser von Oesterreich Franz I. erfolgte, nach Wien das Geleite. Als Beichtvater der Kaiserin war Job auch k. k. Hofcaplan und gehörte zu den Directionsmitgliedern des Priester-Krankenhauses in Wien. Job hat während seines Lehramtes und später mehreres durch den Druck veröffentlicht, u. z.: „Früchte des Geistes Jesu in zwei Jünglingen“ (Augsburg 1801, 8°.; 2. Auflage Wien 1831, Mechithar. Congr., 8°.); – „Grundriss des neuesten Geschmacks. Vorgestellt in einer Schlittade; zu Regensburg 1802“ (1. Ausgabe Stadtamhof, Riepel; 2. Ausgabe Regensburg, Rotermund, 8°.); – „Synopsis institutionum philosophicarum una cum positionibus mathematicis“ (Regensburg 1802, Daisenberger, 8°.); – „Worte aus dem Buche des Lebens“ (Stuttgart 1808); – „Predigt in der Stiftskirche zu Klosterneuburg am Festtage des heil. Markgrafen Leopold gehalten“ (Wien 1826, Wallishausser, 8°.); – „Predigt am Tage der Gedächtnissfeier des heil. Erzvaters und Ordens-Stifters Benedict“ (Wien 1826, Wimmer, 8°.); – „Predigt über das fromme Andenken an die Verstorbenen“ (Wien 1830, Mechithar. Congr., gr. 8°.); – „Predigt am Schlusse der dreifachen Jubelfeier zum heil. Augustin in Wien den 28. Mai 1830“ (ebd. 1831, Mechith. Congr., gr. 8°.); und nach seinem Tode erschien: „Geist der Verfassung des religiösen Vereins der armen Schulschwestern de Notre Dame zur Erziehung der weiblichen Jugend in Städten, insbesondere in kleineren Orten“ (Stadtamhof 1836, 8°.). Noch bei Lebzeiten, 1820, machte J. für seinen Geburtsort Neuenburg eine Stiftung von 1200 Gulden für zwei arme Studirende, und widmete, 1833, eine Summe von 7000 fl. und den Genuß der aus Bayern bezogenen Pension jährlicher 800 fl. zur Stiftung eines Frauenklosters in Neuenburg, welchem die Erziehung der weiblichen Jugend obliegen soll. In seinem Testamente verfügte er, daß sein ganzes Vermögen zu einer Stiftung für arme Studirende in Obersteiermark, welche sich dem geistlichen Stande widmen wollen, unter dem Namen Carolinum zu verwenden sei. Diese Summe betrug bereits im Jahre 1837 mehr denn 29.000 Gulden. Job starb im Alter von 67 Jahren.

(Ziegler, Gregor Thomas) Züge und Schilderungen aus dem Leben des seligen S. F. Job, k. k. Hofkaplans und Beichtvaters I. M. der Kaiserin und Königin Carolina Augusta von Oesterreich (Linz 1835, 8°.) [daselbst sein Porträt]. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1806.