BLKÖ:Kanne, Johann Arnold

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 443. (Quelle)
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Ein anderer Sonderling desselben Namens: Johann Arnold Kanne (geb. zu Detmold 1773, gest. zu Erlangen 17. December 1824), steht auch zu Oesterreich in einiger Beziehung. Nachdem er die Theologie zu Göttingen. Leipzig, Halle und Berlin beendet, mystischen Schwärmereien sich hingegeben und das väterliche Erbtheil vergeudet hatte, begann er philologische Studien und ernährte sich kümmerlich von der Schriftstellerei. Im Jahre 1805 trat er in österreichische Kriegsdienste, aus welchen er aber nach einiger Zeit wieder losgekauft wurde. Nun privatisirte er in Würzburg und schriftstellerte. Noth zwang ihn um 1806 sich in Berlin anwerben zu lassen. Von den Franzosen gefangen, gerieth er in großes Elend. Es gelang ihm zu entfliehen und nun trat er zu Hildburghausen neuerdings in österreichische Dienste. Bald erkrankte er aber und kam in’s Spital nach Linz. Als Jean Paul von seiner traurigen Jage Nachricht erhielt, schrieb dieser an Kanne’s Freund Adolph Wagner nach Leipzig, der ihn nun wieder loskaufte, worauf sich K. nach Bayreuth begab. 1809 wurde er Professor der Geschichte am Realgymnasium zu Nürnberg. 1817 Professor der Philologie ebenda, 1818 aber Professor der orientalischen Literatur in Erlangen, wo er, durch religiöse Absichten verfinstert, noch sechs Jahre lebte und erst 51 Jahre alt starb. Kayser’s Bücher-Lexikon (Bd. III, S. 302) zählt seine meist theologisch-mystischen Schriften auf. [Wigand’s Conversations-Lexikon (Leipzig, gr. 8°.) Bd. VII, S. 336. – Nouvelle Biographie générale ... publiée par MM. Firmin Didot frères sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris, 1850 et s., 8°.) Tome XXVII, p. 486.]