BLKÖ:Karger, Titus Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Karl, André
Band: 10 (1863), ab Seite: 476. (Quelle)
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Karger, Titus Freiherr von (Oberstlieutenant-Auditor, Finder der ungarischen Krone, geb. zu Reps in Siebenbürgen 1808, gest. zu Warasdin 25. März 1860). Wurde nach beendeten philosophischen und juridischen Studien am 9. April 1831 Auditoriats-Candidat und am 16. August 1834 Garnisons-Auditor in Klagenfurt. In gleicher Eigenschaft am 1. April 1835 nach Laibach übersetzt, wurde er am 1. August d. J. Regiments-Auditor im 22. Infanterie-Regimente, und kam am 16. September 1839 in’s 16. Infanterie-Regiment. Von [477] diesem wurde er am 1. August 1841 als Auditor zur Marine übersetzt, und nachdem er am 1. September 1846 als Garnisons-Auditor nach Ragusa, am 20. Jänner 1848 nach Agram und am 1. October 1849 nach Temesvár gekommen war, kehrte er am 21. Mai 1850 wieder zu Marine zurück. Am 4. August 1853 zum Major-Auditor befördert, wurde er zuletzt Oberstlieutenant-Auditor und trat als solcher in Disponibilität. Für dieses Werk gewinnt er nur als Finder der von Kossuth geraubten und auf seiner Flucht verborgenen Krone Interesse. Von Agram aus leitete er schon seit 1850 die Nachforschungen nach den ungarischen Kron-Insignien und ist es ihm endlich gelungen, dieselben in ihrer eigenen Kiste, am 8. September 1853, auf der Straße von Orsowa zur Wodica-Mühle, 3 Schuh tief in der Erde versenkt, aufzufinden. Der ausführliche Verlauf dieses Ereignisses wurde damals in allen Journalen und in der Schrift: „Die ungarische Krone, Geschichtliches aus alter, neuer und neuester Zeit“ (Pesth 1854, Heckenast) mitgetheilt. Titus Karger wurde anläßlich dieses Fundes mit Allerh. Entschließung vom 21. September 1853 mit dem Ritterkreuze des St. Stephan-Ordens begnadigt, welcher Verleihung statutenmäßig mit Diplom vom 7. Februar 1854 die Erhebung in den Freiherrnstand folgte. Im Jahre 1860 meldeten die Journale seinen Tod, der ihn im Alter von 52 Jahren ereilt hatte.

Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) VI. Jahrg. (1853), S. 603 u. 612 [ausführliche Nachricht über den Fund der ungarischen Krone]. – Theater Zeitung, herausgegeben von Ad. Bäuerle (Wien, kl. Fol.) 1853, Nr. 213: „Auffindung der ungarischen Krone“. – Wiener Zeitung 1862, Nr. 82. – Freiherrnstands-Diplom vom 7. Februar 1854. – Wappen. Rother Schild mit silbernem Schildeshaupte. In dem Schilde erscheint das getreue Abbild der königl. ungarischen Krone über einem den Fußrand quer durchziehenden silbernen Flusse schwebend. Das Schildeshaupt zeigt zwei auf grünem Boden wurzelnde, dichtbelaubte, natürliche Bäume, hinter denen ein grünes, von den Schildesrändern abgeledigtes Gestrüpp sich verbreitet. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone mit einem darauf in’s Visir gestellten gekrönten Turnierhelme. Aus der Krone erhebt sich innerhalb eines schwarzen Adlerfluges ein silbernes Partriarchenkreuz mit breiten Enden. Die Helmdecken sind rechts roth, links grün, zu beiden Seiten mit Silber unterlegt. Die Schildhalter. Diese sind zwei auf einer Marmorstaffel vorwärts gestellte Sereschaner in der nationalen Tracht und mit üblicher Bewaffnung, der rechtsstehende vor sich, der andere einwärts sehend, jeder den Schild über der Oberecke mit der einwärtigen Hand haltend und in der auswärtigen die Kugelbüchse vor sich pfahlweise gegen den Fuß stemmend.