BLKÖ:Kilian von Klarenfels, Melchior

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 11 (1864), ab Seite: 261. (Quelle)
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Kilian von Klarenfels, Melchior (Grenadier-Hauptmann, geb. zu Kirn im Trier’schen 1760, Todesjahr unbekannt). Trat im Jahre 1776, 16 Jahre alt, als Cadet in die kaiserliche Armee, wurde im Jahre 1787 Officier und in seinem Range fortrückend 1799 Hauptmann. Er hat alle Feldzüge seiner 37jährigen Dienstzeit mitgemacht und bei mehreren Gelegenheiten sich ausgezeichnet. Zuerst im Jahre 1789 bei Erstürmung der Vorstädte von Belgrad, bei welcher Gelegenheit er der Erste mit einer halben Compagnie bis auf das Glacis der Festung vorgedrungen und sich auf diesem Puncte, von wo aus die Tranchéen gegen den Feind eröffnet wurden, gegen einen zehnmal stärkeren Feind behauptet hat. Im Jahre 1799 hatte er den Auftrag erhalten, mit einer Division des Regiments Kaiser über das höchste Alpengebirge, welches Graubündten von der Schweiz trennt, auf Stegen, welche sonst nur von einzelnen Gemsenjägern erstiegen werden, über das von dem dortigen Landvolke so genannte Martinsloch zu marschiren und von da bei Elm dem [262] Feinde in den Rücken zu fallen. K. führte den Auftrag glücklich aus, drängte den Feind aus seiner vortheilhaften Stellung und erleichterte dadurch unserer Hauptcolonne den Angriff, welcher so glänzend ausfiel, daß bei nur unbedeutendem Verluste von unserer Seite der Gegner in größter Unordnung und mit Zurücklassung von 1100 Gefangenen bis nach Glarus zurückgeworfen wurde. Ebenso umsichtig führte er dann, als durch die beständigen Angriffe des Feindes unser Corps stark gelitten, den Rückzug auf den nämlichen Stegen aus, deckte sehr geschickt unsere vom Feinde stark bedrohte linke Flanke und alle Hindernisse: das unwegsame Gebirg, Ungestüm des Wetters, Mangel an Proviant und den verfolgenden Feind überwindend, erreichte er rechtzeitig Chur, den Stützpunct der Operationen, und deckte unsere beträchtlichen Magazine. Später, als Feldmarschall Souwarow aus der Schweiz nach Graubündten sich zurückzog und zur Erleichterung seines Rückzuges von unserer Seite mehrere Abtheilungen abgeordnet wurden, zeichnete sich K. bei Disentis gegen einen überlegenen Feind so aus, daß er zur Belohnung, obgleich der jüngste Hauptmann, eine Grenadier-Compagnie erhielt. In den Feldzügen der Jahre 1800, 1805 und 1809 wohnte er den Hauptschlachten bei Engen, Möskirch, Hohenlinden, Ulm, Aspern, Wagram und Znaim, mehreren Gefechten bei Ulm und Regensburg als Hauptmann in dem seiner Tapferkeit wegen gepriesenen Grenadier-Bataillon Hromada bei und zeichnete sich überall durch seine Tapferkeit aus. Für seine Verdienste wurde K. in den erbländischen Adelstand mit dem Prädicate von Klarenfels erhoben.

Adelstands-Diplom vom 30. Juli 1814. – Tapferkeits-Zeugnisse vom 9., 16. und 19. Februar 1813. – Wappen. In blauem Felde ein schroffer Felsen, auf dessen Spitze ein goldener Löwe steht, welcher in seiner rechten Pranke einen blanken Säbel hält und in den zwei oberen Winkeln des Schildes von zwei goldenen Sternen begleitet ist. Auf dem Schilde ruht ein rechtsgekehrter gekrönter Turnierhelm, aus dessen Krone der goldene Löwe, wie er im Schilde erscheint, hervorsteigt. Die Helmdecken sind zu beiden Seiten blau, rechts mit Gold, links mit Silber unterlegt. –