BLKÖ:Klaus, Franz Xaver

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Klaus, Wilhelmine
Band: 12 (1864), ab Seite: 21. (Quelle)
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Klaus, Franz Xaver, Ignaz und Michael (drei Brüder und Priester der Gesellschaft Jesu). Franz (geb. in Ungarn 5. September 1738, gest. zu Ofen 1797) trat nach beendeten philosophischen Studien 1756 zu Tyrnau in den Orden der Gesellschaft Jesu, wurde Feiertagsprediger zu Oedenburg, dann in der Kathedrale zu Preßburg und zuletzt Feldpater der ungarischen Leibgarde zu Wien. Im Drucke sind von [22] ihm mehrere einzelne Predigten und größere homiletische Werke, unter letzteren auch jene des Pater Timoleon Cheminais aus dem Französischen übersetzt erschienen. Stöger gibt die Titel in lateinischer Uebersetzung an. Unter den in den „Bibliotheca Széchényana“ angeführten einzelnen Reden sei hier genannt, „die Rede, welche P. Kl. nach der Hinrichtung der Staatsverbrecher gehalten hat u. s. w. in Ofen den 3. Juni 1795“ (Ofen 1795, 8°.). Franz starb im Alter von 59 Jahren. – Sein ältester Bruder Ignaz (geb. zu Preßburg 30. August 1717, gest. ebenda 10. November 1791) trat mit 17 Jahren in den Orden, erwarb die philosophische und theologische Doctorwürde, lehrte dann zu Wien und Erlau die Philosophie, zu Tyrnau, Ofen, Erlau und Kaschau die Theologie und war Rector zu Oedenburg, Neusohl und Güns. Nach Aufhebung des Ordens zog er sich nach Preßburg zurück, wo er das hohe Alter von 74 Jahren erreichte. Seine Schriften sind: „De Tabacco Georgicorum libri duo“ (Tyrnau 1744, 8°.), ein didactisches Gedicht; – „Dialogi tres de celeritate gravium cadentium“ (Gratz 1754, 8°.) – und „Philosophia universa“ (Erlau, 4°.). – Der dritte Bruder, Michael (geb. zu Preßburg 26. Jänner 1719, gest. zu Wien 1. December 1792), erwarb, nachdem er, 17 Jahre alt, in den Orden eingetreten war, gleich seinem Bruder Ignaz beide Doctorwürden, lehrte zu Ofen, später zu Kaschau die Mathematik, dann wieder zu Ofen die Philosophie und zuletzt dieselbe in Wien an der Theresianischen Ritterakademie. Nun kam er nach Tyrnau, wo er das Kirchenrecht vortrug, von dort als Director der höheren Schulen nach Ofen und zuletzt als Professor der Theologie nach Erlau. Seit dem Jahre 1767 lebte er in Preßburg, wo er seit Aufhebung des Ordens das Censoramt versah. Im Drucke erschienen von ihm: „Prima ac generalis Philosophia quinque partibus comprehensa …“ (Viennae 1755, 8°.); – „Philosophia naturalis seu Physica generalis et particularis“. Tomi duo (ebd. 1756, 8°.); – „Brevis introductio in Philosophiam, comprehendens tum doctrinam .... tum historiam Philosophiae …“ (ebd. 1757, Trattner, 8°.). Michael starb zu Wien im Alter von 73 Jahren.

Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 186 [über alle drei Brüder, Franz Xav., Ignaz und Michael]. – Fejér (Georg.), Historia Academiae scientiarum Pazmaniae Archi-Episcopalis ac M. Theresianae regiae literaria (Budae 1835, 4°.) p. 70 [über Ignaz und Michael]. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1776, Ghelen’sche Schriften, 8°.) 1. Bandes 1. Stück, S. 256 [bloß über Michael]. – Meusel (Johann Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1806, Fleischer, 8°.) Bd. VII, S. 45 [bloß über Michael]. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1857, Joh. Ambr. Barth, gr. 8°.) Sp. 1269 [über Ignaz und Michael]. –