BLKÖ:Kolb, Nepomuk von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 311. (Quelle)
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3. Nepomuk von Kolb. Unter diesem Namen wird in F. C. Schlosser’s[WS 1] „Geschichte des achtzehnten Jahrhunderts und des neunzehnten bis zum Sturze des französischen Kaiserreichs“, Bd. VII, S. 509, ein begeisterter Tiroler Landesvertheidiger aufgeführt. Im Frühjahre 1809 wurden in Tirol unter Chasteler’s Oberleitung die Anstalten zur allgemeinen Insurrection getroffen. Am 9. April, schreibt Schlosser, rückte Chasteler mit seiner Heeresabtheilung in’s Pusterthal und schickte die Salzburger Jäger über das steile Gebirge in’s Zillerthal. Nepomucenus von Kolb, der hernach Tausende von fanatisirten Bauern im Pusterthale und um Brixen zum Kampfe führte, vertheilte die Aufforderung zum allgemeinen Aufstande, die mit den Worten anfängt: „Auf Tiroler, auf, die Stunde der Erlösung ist nahe“. Es ist wohl eine und dieselbe Person, welche Peternader in seiner „Geschichte der Tiroler Landesvertheidigung“, den „unruhigen Johann Maria von Kolb“ nennt, der durch seinen unzeitigenden, alles auf die Spitze stellenden Eifer die fürchterliche Katastrophe herbeiführte, die Anfangs December die Umgebung von Brixen traf, wo der erbitterte Feind Alles in Brand steckte, und 28 Edelsitze, Villen, im Ganzen 200 Gebäude im Gesammtwerthe von mehr denn 300.000 fl. ein Raub der Flammen wurden. Als der Feind siegreich vorrückte, floh Kolb als Limonienhändler verkleidet über den Rendsberg nach Steiermark. [Peternader (Ant.), Tirols Landesvertheidigung nebst interessanten Biographien und Skizzen merkwürdiger Tiroler Landesvertheidiger, drei Theile in Einem Bande (Innsbruck 1853, Witting, 8°.) [312] Theil I, S. 38–45.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: F. E. Schlosser’s.