BLKÖ:Koller, Joseph (II.) von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Koller, Johanna
Band: 12 (1864), ab Seite: 350. (Quelle)
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7. Joseph (II.) von Koller (geb. in Stadt Steyr in Oberösterreich 15. Februar 1780), ein um die Stadt Steyr und die Eisenindustrie Oberösterreichs vielverdienter Bürger, der in Anerkennung seiner Verdienste in den erbländischen Adelstand erhoben worden. Durch Verbreitung und Hebung des Eisenhandels gelangte er selbst zu einem bedeutenden Vermögen, welches er aber in hochherziger Weise verwendete, als sein Vaterland durch feindliche Einfälle gefährdet worden. Als in den Kriegsjahren 1803, 1805 und 1809 aller Handel stockte, hielt er die Fabrication im Lande durch eine Unterstützung von beinahe einer halben Million Gulden aufrecht; der Stadt Steyr gab er ein bedeutendes unverzinsliches Darlehen; die mächtigen Eisenvorräthe der Privaten wie des Aerars schützte er durch gute Verwahrung vor der feindlichen Wegnahme; seinen Einfluß bei den feindlichen Commissionen wendete er an, um seinen Mitbürgern die Kriegslasten möglichst zu erleichtern und manches von ihnen abzuwenden, wovon sie sonst hart betroffen worden wären. Auch sonst bethätigte er durch eine Reihe uneigennütziger, aus eigenem Antriebe unternommener Handlungen seinen Patriotismus, wie seine Umsicht und Klugheit in gefahrvoller Zeit, so daß das Land und seine Mitbürger stets auf ihn rechnen konnten. In Anerkennung dieser Verdienste, wie selbst jener seiner Vorfahren – denn schon sein Oheim Johann Adam wurde in Folge dessen mit Diplom vom 8. Mai 1741 in den Ritterstand erhoben – ward Joseph K. im Jahre 1813 mit dem Adelstande ausgezeichnet. [Adelstands-Diplom vom 18. Februar 1813. – Kneschke (Ernst Heinrich Prof. Dr.), Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon (Leipzig 1863, Friedr. Voigt, gr. 8°.) Bd. V, S. 222 und 223 [daselbst heißt es von Joseph’s Oheim Johann Adam Koller, daß er „Hausbesitzer zu Speier“ sei; das soll heißen: Hausbesitzer zu Stadt Steyr in Oberösterreich]. –