BLKÖ:Kresznerics, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 13 (1865), ab Seite: 203. (Quelle)
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Kresznerics, Franz (Sprachforscher, geb. zu Iváncz im Eisenburger Comitate 25. Februar 1766, gest. 18. Jänner 1832). Sein Vater war Notar zu Iváncz. Die unteren Schulen besuchte der Sohn zu Oedenburg und Tyrnau, die Philosophie hörte er zu Preßburg, dann trat er, um Theologie zu studiren, unter die Cleriker der Tyrnauer Diöcese, blieb aber immer noch in Preßburg, wo er neben seinen theologischen Berufsstudien auch sprachliche mit besonderem Eifer betrieb. Am 24. August 1790 erhielt er die Priesterweihe, diente dann als Caplan einige Jahre in der Seelsorge, bis ihn auf Empfehlung des Bischofs Johann Szili die Comitatsbehörde in Tyrnau an die daselbst eben errichtete philosophische Schule als Professor der Mathematik berief. 19 Jahre wirkte er auf diesem Posten, dann erhielt er die Pfarre zu Ság, der er auch 19 Jahre, bis an seinen Tod, vorstand. Seit Jahren literarisch thätig, veröffentlichte K. mehrere Abhandlungen sprachlichen und kirchengeschichtlichen Inhalts in verschiedenen ungarischen Journalen, als: Magyar Hirmondó, Hazai és külföldi tudósitások, Erdélyi Museum und Tudományos gyüjtemény; besorgte eine Ausgabe der Werke des Kaisers Julian, welche 1816 (zu Preßburg) erschien, und veröffentlichte den ersten Band seines „Magyar szótár gyökérrenddel és deakszatokkal“, d. i. Ungarisches Lexikon mit Wurzelformen und Latinismen (Ofen 1831), das Erscheinen des zweiten Theils vereitelte sein Tod. Die ungarische Akademie anerkannte die Tüchtigkeit dieser Arbeit und belohnte den Verfasser mit einem Ehrenhonorar von 200 Ducaten, welches, da er schon todt war, seine Erben erhielten. Vieles ließ er in Handschrift zurück, was sich in seinem Nachlasse vorfand, u. a. ein ungarisches Sprachbuch, eine Sammlung ungarischer Sprichwörter in fünf Bänden u. dgl. m. In Anerkennung seiner Verdienste wurde K. 1822 Dechant, im Jahre 1831 Assessor des h. Stuhles und am 15. Februar d. J. Ehrenmitglied der kön. ungarischen Akademie.

Ujabb kori ismeretek tára, d. i. Neues ungarisches Conversations-Lexikon (Pesth 1858, Gust. Heckenast, Lex. 8°.) Bd. V, S. 157. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) I. Theil, S. 286.