BLKÖ:Kuenburg, Franz Ferdinand Graf von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 13 (1865), ab Seite: 318. (Quelle)
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Franz Ferdinand von Kuenburg in der Wikipedia
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Kuenburg, Franz Ferdinand Graf von (Erzbischof von Prag, geb. zu Gratz 5. Februar 1649, gest. zu Prag 16. April 1732). Von der jüngeren Ungersbacher Linie. Der erstgeborne Sohn des Johann Friedrich Freiherrn, nachmaligen Grafen von K. aus dessen Ehe mit Joannina von Guzman. Franz Ferdinand trat aus eigenem Antriebe in den geistlichen Stand, wurde bereits im Alter von 21 Jahren Domherr zu Salzburg, im Jahre 1696 Domscholaster allda, im Jahre 1698 Propst zu St. Moriz in Frankfurt und kam von dort im Jahre 1701 als Fürstbischof nach Laibach. Als solcher weihte er dort im Jahre 1707 die schöne neuerbaute St. Nikolauskirche ein. Im Jahre 1708 ging er als kaiserlicher Botschafter an den kön. portugiesischen Hof nach Lissabon und blieb es, bis ihn Kaiser Karl VI. am 15. Jänner 1713 zum Fürst-Erzbischof von Prag und Primas von Böhmen ernannte, welche Kirchenwürde er nahezu zwei Decennien bekleidete. In dieser Stellung verrichtete er zu Prag im Jahre 1723 die Krönung Karl VI. zum Könige von Böhmen. Franz Ferdinand Graf K. ist der Stifter des Fideicommisses der jüngeren sogenannten Ungersbacher Linie. Aus der Erbverlassenschaft des Franz Euseb Grafen von Pötting kaufte er die Herrschaften Jung-Woschitz, Miltschin und Kamberg in Böhmen, und bestimmte dieselben in seinem letzten Willen als Fideicommiß für die Söhne seines vor ihm verstorbenen jüngeren Bruders Johann Joseph und ihre eheliche Nachkommenschaft nach dem Rechte der Erstgeburt.

Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1731, Thomas Fritschen’s Erben, Fol.) Bd. III, S. 24. – Porträt. Unterschrift: Ferdinandus Comes de Khünburg, Episcop. Pragensis. Ohne Angabe des Zeichners und Kupferstechers.