BLKÖ:Lasser, Johann Baptist

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Laska, Joseph
Band: 14 (1865), ab Seite: 173. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Baptiste Lasser in Wikidata
GND-Eintrag: 121067939, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lasser, Johann Baptist|14|173|}}

Lasser, Johann Baptist (Sänger und Tonsetzer, geb. zu Steinkirchen in Niederösterreich 12. August 1751, gest. 21. October 1805). Besuchte die Schulen in Linz, später setzte er die Studien in Wien fort, wo er, da er gute musikalische Kenntnisse besaß, sich mit Unterrichtertheilen in der Musik fortbrachte, und bald das Studiren aufgebend, sich ausschließlich der Kunst zuwandte. Im Jahre 1781 verheirathete er sich mit einer Sängerin; auf seine schöne Stimme aufmerksam gemacht, versuchte er es nun selbst als Sänger, trat in Brünn als Tenorist auf, gefiel und blieb fortan beim Theater. In einigen Jahren übernahm er die Direction der Theaters in Linz, welche er wieder aufgab, worauf er nach Gratz ging, wo er im Jahre 1788 spielte und sang. In Gratz versuchte er sich auch und mit Erfolg, als Opern-Componist. Im Jahre 1791 folgte er einem Rufe als Hof- und Kammersänger an den churfürstlichen Hof nach München, wo er in der ersten Zeit auch noch für die Bühne componirte, später aber ausschließlich der Kirchenmusik sich zuwendete, ohne jedoch in letzterer einen eigentlichen Erfolg zu erringen, da der Charakter seiner Musik vorherrschend ein theatralischer blieb. Im Uebrigen war L. ein tüchtiger, gründlich geschulter Musicus; als Sänger besaß er einen Tenor von außerordentlichem Umfang und großer Biegsamkeit, und einen Beweis für seine tüchtige Schule gibt das von ihm herausgegebene Werk: „Vollständige Anleitung zur Singkunst, sowohl für den Sopran als für den Alt“, ursprünglich einfach als „Anleitung zur Singkunst“ (Landshut, bei Brüll, 4°.) erschienen, später unter obigem Titel (München 1798, bei Faller und dann bei Haslinger in Wien) herausgegeben. [174] Die von ihm geschriebenen Operetten sind: „Das wüthende Heer“; – „Die glückliche Maskerade“; – „Der Capellmeister“; – „Die kluge Witwe“; – „Die unruhige Nacht; – „Die Modehändlerin“; – „Der Jude“, welche sämmtlich während seines Aufenthaltes in Gratz gegeben wurden und sehr gefielen. Nach seiner Berufung an den churfürstlichen Hof in München, im Jahre 1791, schrieb er noch ein Vorspiel: „Die Huldigung der Töne“ und dann die Oper: „Cora und Alonzo“, sein letztes theatralisches Werk. Durch den Druck ist aber nur die obige Singschule vervielfältigt worden. – Von seinen Kindern widmeten sich zwei Söhne gleichfalls der Tonkunst, der eine, Emanuel (geb. zu Brünn 20. Jänner 1784), hatte im Gesange sich vortrefflich ausgebildet und wurde später als Hofsänger in München angestellt. – Der andere, Joseph (geb. zu Wien 1782), hatte sich als zwölfjähriger Knabe im Jahre 1794 in Wien in einem öffentlichen Concerte mit Beifall hören lassen, und wurde später ein guter Clavierspieler; übrigens sind beide verschollen.

Taschenbuch für die Schaubühne (Gotha, bei Carl Wilhelm Ettinger, 32°.) Auf das Jahr 1791, S. 140, im Verzeichniß der lebenden deutschen Schriftsteller und Tonkünstler. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 721. – Gerber (Ernst Ludw.), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813, Kühnel, gr. 8°.) Bd. III, Sp. 177. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, gr. 8°.) S. 528. – Becker (Carl Ferd.), Systematisch-chronologische Darstellung der musikalischen Literatur von der frühesten bis auf die neueste Zeit (Leipzig 1836, Robert Friese, 4°.) S. 325.