BLKÖ:Gaßner, Ferdinand Simon

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 98. (Quelle)
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Gaßner, Ferdinand Simon (Compositeur und Musikschriftsteller, geb. zu Wien 6. Jänner 1798, gest. zu Karlsruhe 25. Febr. 1851). Sohn des Malers Simon G. (s. d. S. 100). Zeigte früh großes Talent für Musik, erhielt in Karlsruhe Unterricht in der Violine und besuchte daselbst das Gymnasium. Später wählte er die Musik zu seinem Lebensberuf, bekam zuerst eine Stelle in der Karlsruher Hofcapelle, und als in Mainz 1816 ein neues Theater erbaut wurde, eine Anstellung daselbst als Violinist. Hier trat er auch in nähern Verkehr mit dem berühmten Gottfried Weber, unter dessen Leitung G. seine Kunstbildung vollendete. Nach einem von G. veranstalteten Concerte wurde er Musikdirector an der Universität Gießen; hier setzte er seine wissenschaftlichen Studien fort, erhielt 1819 die philosophische Doctorswürde, hielt als Privatdocent mehrere Jahre hindurch öffentliche Vorträge über Musik und wirkte zugleich als Dirigent und Gesangslehrer. Er gründete einen Gesangverein u. veranstaltete größere Musikfeste, bei welchen nur Meisterwerke aufgeführt wurden. G. hat Antheil an der Gründung der von G. Weber redigirten Zeitschrift „Cäcilia“ und redigirte selbst sechs Jahrgänge des „Musikalischen Hausfreundes“, schrieb zu gleicher Zeit viel über Musik und componirte fleißig. Mehrere seiner Lieder erschienen bei Schott in Mainz und bei anderen Verlegern. Seine Opern konnten sich des nicht ganz glücklichen Textes wegen nicht Bahn brechen; glücklicher war er mit seinen Balleten, welche in Karlsruhe und anderwärts gefielen; ebenso machte seine Cantate „Die Auferweckung des Jünglings von Naim“ an vielen Orten entschiedenes Glück. Im Jahre 1826 kehrte er als Mitglied der Hofcapelle nach Karlsruhe zurück, wurde 1829 Gesanglehrer am Hoftheater, 1830 Musik-und Chordirector, immer aber, wenn er nicht dirigirte, die Violine spielend. In der letzteren Zeit seines Lebens beschäftigte er sich viel mit theoretischen Arbeiten über Musik und gab heraus: „Partiturkenntniss, ein Leitfaden zum Selbstunterricht für angehende Tonsetzer...“, 2 Bde. (Karlsruhe 1838, gr. 8°., 2. Ausg. Ebd. 1842); – „Dirigent und Ripienist für angehende Musikdirigenten u. s. w.“ (Ebd. 1844, mit 11 lith. Tafeln), eine Fortsetzung des vorigen Werkes. Ferner bearbeitete er Schillings „Universal-Lexikon der Tonkunst“ für einen Auszug und gab zum Werke selbst ein Nachtragsheft heraus, schrieb den Text zu Ant. Haizingers „Lehrgang beim Gesangunterricht in Musikschulen“ (Karlsruhe 1843, 4°.) und begründete die „Zeitschrift für Deutschlands Musikvereine und Dilettanten“, durch welch’ letztere er sich ein großes Verdienst um die Hebung des musikalischen Geschmacks erwarb. Er starb, 53 Jahre alt, leider zu früh für die Kunst, deren Zwecke er durch tüchtige Arbeiten gefördert hat.

Neues Universal-Lexikon der Tonkunst (begonnen von Dr. J. Schladebach, fortgesetzt) von Ed. [99] Bernsdorf (Dresden 1857, Schäfer, gr. 8°.) II. Bd. S. 111. – Wiener allgem. Musik-Zeitung, herausg.[WS 1] von Aug. Schmidt, 1845 (V. Jahrg.) Nr. 55: „Reisemomente von Aug. Schmidt: Dr. Gaßner.“

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: heausg.