BLKÖ:Lewicki, Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lewinsky, Joseph
Band: 15 (1866), ab Seite: 40. (Quelle)
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Lewicki, Michael (Cardinal und griechisch-katholischer Erzbischof, geb. im Jahre 1774, gest. zu Uniow in Galizien 14. Jänner 1858). Nach dem Wappen, welches er führte, gehörte L. dem alten polnischen Adelsgeschlechte, derer von dem Stamme Rogala an, von dem noch jetzt ein gräflicher Zweig in Galizien blüht. Im Jahre 1798 erhielt er die Priesterweihe, wurde 1808 Domherr des Lemberger griechisch-katholischen Metropolitan-Capitels, 1813 Bischof von Przemysl und 1818 Metropolit der griechisch-unirten Kirche in Lemberg. Im Jahre 1848 wurde er zum Primas von Galizien und 1856 zum Cardinal-Presbyter erhoben. Diese letztere Erhebung war ein nicht geringes, den Ruthenen von Seite des römischen Hofes gemachtes Zugeständniß, denn seit dem Nicaeer Bischof Bessarion und dem Kiewer Metropoliten Isidor, welche beide im Jahre 1439 zur Zeit des Florentiner Concils den Cardinalshut erhalten hatten, war Primas Lewicki – also erst nach vier Jahrhunderten wieder – der erste griechisch-unirte Bischof, der mit dem Glanze des Purpurs geschmückt worden. Seit dem Jahre 1846 war L. immer kränklich und verblieb auf seinem im Zloczower Kreise Galiziens gelegenen Landsitze Uniow. Obwohl also genöthigt, die Leitung seiner, in Oesterreich sowohl dem Umfange als auch der Seelenanzahl nach größten Diöcese (dieselbe erstreckt sich über die acht östlichen Kreise des Lemberger Statthaltereigebietes [41] und über die Bukowina, auch gehört ihr die griechisch-katholische Pfarre zur h. Barbara in Wien an und sie zählt im Ganzen über 1,400.000 Seelen) gewöhnlich seinem Suffraganbischof anzuvertrauen, nahm er aber doch von allen wichtigeren Erledigungen Einsicht. Sein Streben ging dahin, die Union mit der römisch-katholischen Kirche nicht nur zu kräftigen, sondern auch unter den angrenzenden Griechisch-Nichtunirten anzubahnen. Unter seiner Anleitung kam auch die Gründung eines Unterstützungsfondes für die Witwen und Waisen der griechisch-katholischen Geistlichkeit zu Stande. In seinem letzten Willen bedachte er mit einem namhaften Legate die Georgskirche in Lemberg, mit 1000 fl. den Fond der Kirchensänger (djaki), mit 1195 Silberrubeln und 1000 fl. in Zwanzigern die Waisen im Kloster zu Slowica, mit 1000 fl. und seinem Glas und Porzellan das Kloster selbst; überdies legirte er dem Witwen- und Waisenfonde und der matyca ruska je 1000 fl., den Taubstummen-, Blinden-, Kleinkinderbewahr- und Armenanstalten in Lemberg je 300 fl.

Gazeta Lwowska 1858, Nr. 19, 21, 22. „Nekrolog“. – Lemberger Zeitung 1858, Nr. 13 u. 31: „Zur Biographie des Cardinals Lewicki“. – Wjestnik 1858, Nr. 2. – Wanderer (Wiener Blatt) 1858, Nr. 7, Abendbeilage. – Wiener Zeitung 1858, Nr. 17, 44. – Wiener Neuigkeitsblatt 1858, Nr. 18. – Neue Zeit (Olmützer Blatt) 1858, Nr. 18. – Salzburger Kirchenzeitung 1848, Nr. 4. – Porträt. Unterschrift: Michael Lewicki. Zuerst in ruthenischer dann in lateinischer Schrift, ebenso auch in beiden Sprachen der ausführliche Titel. Gemalt von Reichan, lith. von Jos. Bauer. Mit Wappen (Wien, Halb-Fol.).