BLKÖ:Lewenau, Joseph Arnold Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lewicki, Michael
Band: 15 (1866), ab Seite: 39. (Quelle)
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Lewenau, Joseph Arnold Ritter von (Landwirth und Fachschriftsteller, geb. zu Wien 22. September 1755, gest. ebenda 4. Jänner 1839). Besuchte die Schuten in Wien, wo er auch einige Zeit Zögling der orientalischen Akademie war, bald aber diese Richtung aufgab, um die landwirtschaftliche, für die er in seiner Jugend schon besondere Vorliebe zeigte, einzuschlagen. Im Jahre 1783, damals 28 Jahre alt, wurde er bereits leitender Wirthschaftsrath in Diensten des Fürsten Alois von Liechtenstein. Bis zu dem im J. 1804 erfolgten Tode des Fürsten blieb L. in thätiger Verwendung und im Jahre 1807 erhielt er für seine um die Landwirthschaft im Kaiserstaate erworbenen Verdienste den kaiserlichen Rathstitel. L. war ein ungemein fruchtbarer Fachschriftsteller und seine selbstständigen Schriften sind in chronologischer Folge: „Wichtige Erinnerung beim Gebrauche des Kleefutters“ (Wien 1789); – „Beobachtungen eines Freundes der Wahrheit und guten Sache“ (ebd. 1799); – „Oekonomisch-politische Warnung“ (ebd. 1806); – „Versuch einer Erdreichslehre für die gemeinen Landwirthe der österr. Staaten“, 2 Thle. (ebd. 1810, 2. Aufl. 1818); – „Versuch einer Berichtigung der gemeinen Sage: Wo man Kühe hält, können auch Ochsen gehalten werden“ (ebd. 1812); – „Freimüthige Gedanken einiger österreichischer Patrioten über den wahren und falschen Patriotismus“ (ebd. 1813); – „Oekonomische Rüge“ (ebd. 1817); – „Etwas Nützliches über die Hornviehseuche“ (ebd. 1817); – „Anleitung zu beträchtlichen Holzersparungen bei Brauhäusern“ (2. verb. Aufl. Wien 1818, mit 7 Tafeln); – „Erörterung der Frage: Welches ist das [40] Mittel, damit in der Verbesserung unserer vaterländischen ökonomischen Landescultur schneller vorgerückt werde?“ (Pesth 1819); – „Concentrirter ökonomischer Schlüssel für Güterbesitzer, Pächter und Administratoren, zur vollständigen Beurtheilung eines Landgutes“ (Wien 1819); – „Ueber das Körnerstupfen statt des Säens“ (ebd. 1820); – „Der angewandte Fresenius oder Sammlung geordneter allgemeiner Witterungs- und Bauernregeln“ (ebd. 1823); – „Wichtiger Beitrag zu einer allgemeinen Oekonomie des Holzes ... nebst einem Anhang, die Schafzucht betreffend“ (ebd. 1823, gr. 8°.); – „Chemische Abhandlung über das Selen“ (ebd. 1823); – „Der Procentenplan, ein unmassgeblicher Vorschlag für Herrschaften und Güterbesitzer“ (ebd. 1825); –– „Mittel zu einer sparsameren und zugleich nützlicheren Fütterung der Pferde“ (ebd. 1827, mit 1 K.); – „Das Mittel zu einer nicht minder sicheren als wichtigen Weinverbesserung in der österreichischen Monarchie, oder das Verfahren der Champagner und Burgunder Weinbauern[WS 1], wodurch sie ihre so ausgezeichneten Weine erzeugen“ (ebd. 1825); – „Nachtrag dazu“ (ebd. 1828); – „Dritte Anhandgehung zu der inländischen Weinverbesserung“ (ebd. 1828); – „Anwendung des Sprichwortes: Lieber spät als niemals, auf unsere Entbehrlichkeit der fremden, so vieles Geld versplitternden (sic ) Baumwolle“ (ebd. 1830); – „Ebenso nützliche als vielfältig nothwendige Erfahrungsnotiz, betreffend den Feldbau“ (ebd. 1831). Außer diesen selbstständigen Schriften verfaßte L. auch populäre ökonomische Artikel für die Wiener Zeitung. Nach einem mit dem russischen Reichskanzler, dem Grafen Romanzoff, gepflogenen mehrjährigen Briefwechsel über den chinesischen Bergreis, verpflanzte er den Anbau desselben in die kaiserlichen Staaten; während der gemeine Reis nur in sumpfigen Gegenden fortkommt, kann dieser Bergreis überall wie irgend eine andere Körnerfrucht angebaut werden. L. war Mitglied der meisten landwirtschaftlichen Vereine im Kaiserstaate und einiger ausländischen. Er starb im hohen Alter von 84 Jahren.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 419.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Weibauern.