BLKÖ:Loudon, die Freiherren von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 91. (Quelle)
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IX. Zur Genealogie der Freiherren von Loudon und heutiger Familienstand. Die Loudon sind ein ursprünglich schottisches, aus der Grafschaft Ayre stammendes Adelsgeschlecht, welches schon im 16. oder 17. Jahrhundert nach Liefland kam und dort das Gut Tootzen im wendischen Kreise an sich brachte. (Tootzen und nicht Totschen, Trotzen, Toschen, wie es hie und da steht, heißt richtig Loudon’s Geburtsort.) Loudon’s Vater Otto Gerhard, Herr auf Tootzen, stand als Obristlieutenant in kaiserlich russischen Diensten und Loudon’s Mutter Sophie war eine geborne von Bornemann. Des Vaters Bruder Johann Reinhold war liefländischer Ordnungs-Adjunct. Als unser Held Gideon Ernst am 5. März 1759 in den erbländischen Freiherrnstand erhoben wurde, wurde derselbe auch auf seinen Bruder Johann Reinhold, zwei Söhne seines Vaters Bruders, Karl Gideon und Otto Johann ausgedehnt. Gideon Ernst Loudon war zwar mit einer Officierstochter Marie von Hagen verheirathet, doch waren die mit ihr erzeugten Kinder, darunter zwei Söhne, in der ersten Kindheit gestorben. L. berief also drei Neffen hintereinander zu sich [vergleiche die Biographie von Johann Ludwig Alexander Freiherr von L., S. 92] und setzte den letzten Johann Ludwig Alexander, der am Leben geblieben, auch den Maria Theresien-Orden erworben hatte, und ein Sohn des oberwähnten Johann Reinhold Freiherrn von L. aus dessen Ehe mit Friederike von Hahnenfeld war, zu seinem Erben ein. Freiherr Johann Ludwig Alexander war mit Amalie Gräfin Fünfkirchen vermält, und aus dieser Ehe stammt der gegenwärtige Chef des Hauses, Olivier Freiherr von Loudon (geb. 31. October 1795). Freiherr Olivier ist (seit I. Juni 1830) mit Victorine geb. Gräfin Troyer (geb. 9. Jänner 1814, gest. 30. Juni 1833) vermält und entstammt dieser Ehe ein Sohn Freiherr Ernst (geb. 6. September 1832), Besitzer der Allodialherrschaft Bystrzitz mit dem Gute Prusinowitz im Kreise Neutitschein [92] in Mähren. Freiherr Ernst ist (seit 11. September 1856) mit Henriette gebornen Gräfin von Seilern und Aspang (geb. 17. August 1838) vermält und eine Frucht dieser Ehe ist Freiherr Remigius Olivier (geb. 23. August 1857). [Kneschke (Ernst Heinrich Prof. Dr.), Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon (Leipzig, Friedrich Voigt, gr. 8°.) Bd. V, 3. 415. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser (Gotha, Just. Perthes, 32°.) XIV. Jahrgang (1864), S. 444. (Dieses und Kneschke schreibenden Namen unrichtig: Loudon mit einem a statt mit einem o.)]

X. Wappen der Freiherren von Loudon. In Blau zwei schrägrechte goldene Balken und innerhalb derselben drei nebeneinander gestellte Löwenköpfe, von denen der erste roth, der mittlere silbern, der dritte blau ist. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm erhebt. Aus der Krone des Helms schauen zu beiden Seiten zwei Bärentatzen hervor, hinter denen sich drei wallende Straußenfedern, rechts eine rothe, in der Mitte eine silberne, links eine blaue erheben. Die Helmdecken sind zu beiden Seiten blau, mit Gold belegt. Schildhalter: Zwei um den Kopf und um die Lenden mit Laub umgürtete wilde Männer, mit den nach außen gekehrten Händen sich auf Keulen stützend, mit den nach innen gekehrten den Schild erfassend.