BLKÖ:Mányóky, Adam

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Mantler, August
Nächster>>>
Manzl, Sebastian
Band: 16 (1867), ab Seite: 404. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mányóky, Adam|16|404|}}

Mányóky, Adam (Maler, geb. zu Szokolyi in Ungarn im Jahre 1673, gest. zu Dresden im Jahre 1757). Sohn ungarischer Edelleute, der bei A. Scheiz die Malerei erlernte. Später begab er sich nach Paris, wo er bei N. de Largillière seine Studien fortsetzte, bis ihn Fürst Rakotzy in seine Dienste nahm. Dieser schickte ihn in häuslichen Angelegenheiten nach Holland, wo die Werke der dortigen Künstler nicht wenig zu seiner weiteren Vervollkommnung beitrugen. Von Holland ging er nach Berlin, wo er durch längere Zeit gearbeitet, es aber wegen seines Umganges mit dem berüchtigten Clement heimlich zu verlassen gezwungen ward. Er begab sich nun sofort nach Dresden, wo er im Jahre 1713 die Stelle eines Hofmalers erhielt. Wie nun Rastawiecki in dem in den Quellen bezeichneten Werke berichtet, sei er von Dresden nach Warschau gekommen und dort bis zum Ende seines Lebens geblieben. In Warschau sei er im Jahre 1741, also 68 Jahre alt, gestorben. Anderen Nachrichten zufolge wäre er aber von Warschau nach Dresden zurückgekehrt und dort erst im Jahre 1757, also 84 Jahre alt, gestorben. Ueber seinen Warschauer Aufenthalt liegen keine näheren Nachrichten vor und nur aus den von ihm in Polen befindlichen Werken ist ersichtlich, daß er in den höchsten Kreisen seine Kunst ausgeübt habe. In Polen hieß er Maniocki; Huber in seinen „Notices des graveurs et des peintres“ nennt oder richtiger schreibt ihn Manyocki. In deutschen Werken erscheint er auch als Manyocky. Alle diese Schreibweisen sind unrichtig. Er ist ein Ungar, wie dieß aus Nagy’s Werk über den ungarischen Adel erhellet und die einzige richtige Schreibung seines Namens ist: Mányóki. Was nun seine Arbeiten betrifft, so bestehen dieselben zum größten Theile aus Bildnissen, nach denen mehrere schöne Blätter von guten Meistern im Stiche erschienen sind. In der Gallerie des Königs Stanislaus August befanden sich von M. folgende Bildnisse: „August III.“, ganze Figur in natürlicher Größe, in vollem Staate mit blauem Sammtmantel; – „Kanzler Szembek“, mit großer Perrücke, reichem Gewande, weißem Adler-Orden und über sich den rothen Sammtmantel; – „Drei Bildnisse vornehmer Polen“, aus den Tagen des Königs August II.; – „Bildniss einer Braut“, Brustbild mit rother Draperie; – „Kanzler Johann Friedrich Sapieha“, nach diesem Bilde hat Zucchi in Dresden sein Blatt gestochen. Andere Arbeiten dieses Künstlers sind nur nach den Stichen bekannt, die davon gemacht worden, so das Bildniß des „Königs August II.“, gestochen von A. B. König in Berlin; – jenes „Angust’s III.“, gest. von Zucchi in Dresden; – „Des Goldschmieds J. W. Dinglinger“, gest. von J. G. Bodenehr; – des „Malers J. Ch. Freund“, gest. von Zucchi; – des „Bürgermeisters C. F. Trier“, gest. von J. M. Bernigeroth. Mehrere seiner Bildnisse enthält die Dresdener Gallerie, unter andern jenes des „Kronmarschalls und Wojewoden von Chełm Franz Bilińsky“. Was nun den [405] künstlerischen Gehalt seiner Werke betrifft, so fanden sie seiner Zeit vielen Beifall, vornehmlich ihrer klaren und dauerhaften Färbung wegen. Es spricht aus ihnen ein fleißiges Studium der Natur, die er mit großer Treue nachzuahmen verstand, doch wird an einigen seiner Bildnisse der pfirsichfarbige Ton getadelt.

Tudományos gyüjtemény, d. i. Wissenschaftliche Nachrichten (Pesth, 8°.) 1828, 4. Heft. – Rastawiecki (Edward), Słownik malarzów polskich tudzież obcych w Polsce osiadłych lub czasowo w niéj przebywających, d. i. Lexikon der polnischen Mater, wie auch der fremden, die sich in Polen bleibend niedergelassen, oder aber nur einige Zeit aufgehalten haben (Warschau 1850, Orgelbrand, Lex. 8°.) Bd. II, S. 4. – [Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) XIX. Jahrg. (1828), S. 406 [im Texte]. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VIII, S. 284. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Professor Fr. Müller, fortges. von Dr.Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 20. – Heinecke. Nachrichten von Künstlern u. s. w. (Leipzig 1768). Bd. I, S. 64. – Füßli (J. R.), Allgemeines Künstler-Lexikon (1779, Fol.) S. 394. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. VII, S. 286.