BLKÖ:Mérey, Moriz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Merk, Joseph
Band: 17 (1867), ab Seite: 396. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Moritz von Merey in Wikidata
GND-Eintrag: 11689184X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mérey, Moriz|17|396|}}

Mérey, Moriz (Honvéd-Officier im Jahre 1848, geb. zu Kaposmére in Ungarn im J. 1813, gest. in England, nach Nagy im J. 1852, nach Kertbeny im J. 1858). Mérey entstammt einer alten ungarischen Adelsfamilie. Sein Vater Ladislaus (gest. 1850) war Táblabiró (Gerichtstafel-Beisitzer) und seine Mutter Therese eine geborne Földvary. Mérey, der Sohn, zählt zu jenen Charakteren, welche sich in der 1848ger Revolution in Ungarn mehr oder minder bemerkbar gemacht hatten. Als die Honvéd-Bataillone gebildet wurden, wurde er Major eines solchen Bataillons, zugleich aber – da die Aemter-Cumulirung von dem ungarischen Constitutionalismus nicht untersagt ist – bekleidete er die Stelle eines Polizeirathes. Später scheint er zum Oberst vorgerückt zu sein. Nachdem die Revolution niedergeworfen war, flüchtete sich M. nach England, und lebte dort als Fabriksagent in Manchester, wo er bereits gestorben ist. Seine Frau Constanze, eine geborne Haimbucher, stammt aus Wien und ist die Verfasserin eines preisgekrönten Volksstückes, welches aber bei der Aufführung auf dem Theater an der Wien vollständig durchfiel. Auch sie nahm an der Revolution thätigen Antheil, ging im Jahre 1849 mit Depeschen von Debreczin nach London, lebte dort mehrere Jahre, wie Kertbeny berichtet, als Schriftstellerin und starb im Jahre 1859 zu Manchester.

Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Gustav Heckenast, 8°.) Bd. II, S. 263. – Kertbeny (K. M.), Die Ungarn im Auslande. I. Namensliste ungrischer Emigration seit 1849. 2000 Nummern, mit biografischem Signalement (Brüssel und Leipzig 1864, Kießling u. Comp., 8°.) S. 39, Nr. 1092 u. 1093 [nach Kertbeny ist Merey erst im Jahre 1858, nach Nagy bereits im Jahre 1852 gestorben. Nach Kertbeny ist Merey’s Gattin Constantia, eine geborne Bikkesy, das ist falsch, sie ist eine Wienerin und als solche eine geborne Haimbacher]. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Mor. Ráth, 8°.) Bd. VII, S. 415–420. (Sowohl auf der Stammtafel (S. 417) wie im Texte (S. 420) gibt Nagy das Jahr 1852 als Merey’s Todesjahr an.]