BLKÖ:Mages, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mages, Joseph
Band: 16 (1867), ab Seite: 262. (Quelle)
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Mages, Franz (Bürgermeister der Stadt Botzen, geb. zu Innsbruck im Jahre 1791, gest. zu Botzen 5. März 1860). Seine erste Ausbildung erhielt er in der Vaterstadt Innsbruck, alsdann begab er sich zur Vollendung seiner Studien nach Erlangen. Bei der allgemeinen Erhebung Deutschland’s im Jahre 1813 nahm er an dem Kriege gegen Frankreich Theil und diente bis zu dessen Beendigung als Officier und Adjutant im bayerischen Heere. Nachdem Tirol wieder in den Besitz Oesterreichs zurückgelangt war, trat auch Mages in den österreichischen Staatsdienst über und bekleidete [263] bei dem k. k. Landgerichte Schwaz die Stelle eines Actuars, von wo er im Jahre 1818 als Rathsprotokollist zum k. k. Civil- und Criminalgerichte nach Botzen versetzt wurde. In der Zeit seiner zur zeitlichen Aushilfe erfolgten Zuweisung bei dem Landgerichte Ritten hat er sich bei der durchgeführten Ordnung der dortigen sehr verwickelten Gemeindeverhältnisse das Vertrauen der Bevölkerung in solcher Art zu erwerben gewußt, daß er auf Wunsch der Stadtgemeinde Botzen gelegenheitlich der Organisirung des Stadtmagistrates im Jahre 1822 zum Bürgermeister der Stadt ernannt wurde, welche Stelle er bis zum Jahre 1850 bekleidet hat. In dieser 28jährigen Dienstzeit hat er zum Wohle der Stadt vieles und verdienstliches geleistet. Botzen verdankt ihm bedeutende Verbesserungen in der Ordnung der ganzen Verwaltung und wesentliche Verschönerungen, als z. B. die Anpflanzung sämmtlicher die Stadt umgebenden Alleen und Spaziergänge, die Herstellung des neuen Gottesackers, die Beseitigung der alten Kirchhofmauern, die Restauration der Botzner Stadtpfarrkirche, das bessere Straßenpflaster und die Herstellung der steinernen Ritschen-Canäle. Die Ordnung der Stiftungsangelegenheiten der Stadt Botzen, des Armenfonds, des Spitals und des Freiwilligen-Arbeitshauses sind gleichfalls, und zwar sein nicht geringstes Verdienst. Ueberhaupt hat er, wo und wie er nur gekonnt, mit allem Eifer für das Beste der Gemeinde gesorgt. Selbst nachdem er sich bereits in den Ruhestand zurückgezogen, blieb er thätiges Mitglied des Gemeindeausschusses, lieferte noch wichtige Arbeiten in verschiedenen Comité’s, wirkte bei der Verwaltung der wohlthätigen Vereine mit und versah das Amt des Schulaufsehers der Botzener Hauptschulen. Er starb, von der Stadt, die sein Andenken in Ehren zu halten verpflichtet ist, allgemein betrauert, im Alter von 69 Jahren.

Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) 1860, Nr. 30, S. 169. – Bote für Tirol und Vorarlberg (Innsbruck, kl. Fol.) 1860, Nr. vom 9. März.