BLKÖ:Maggi, Cajetan conte

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 265. (Quelle)
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Maggi, Cajetan conte (Humanist, geb. zu Brescia 24. April 1763, gest. ebenda 1. September 1847). Entstammt der ruhmvollen Adelsfamilie der Maggi, welche in alter Zeit Fürsten von Brescia waren. Nachdem er im Collegium Prato eine sorgfältige Erziehung genossen, widmete er sich, durch Vermögen einer unabhängigen Stellung sich erfreuend, dem Studium der schönen Wissenschaften, schloß sich an zwei französische Emigranten Thouvenel und Pennet an, sie auf ihren wissenschaftlichen Reisen begleitend und las die Ergebnisse dieser Fahrten in der Accademia degli Erranti, zu deren Mitgliedern M. zählte. Nach dem Sturze der Republik Venedig wählte ihn die zeitliche Regierung von Brescia in ihren Ausschuß, übertrug ihm die Geschäfte des öffentlichen Unterrichts, in welcher Abtheilung er den Vorsitz führte. Auf diesem Posten entfaltete er eine energische Thätigkeit in Errichtung und Organisation der Elementarschulen und höheren Unterrichtsanstalten und entwickelte gleichen Eifer in den öffentlichen Geschäften unter den folgenden Regierungen, nämlich der cisalpinischen, italienischen, königlichen und österreichischen. So war er denn folgeweise Inspector sämmtlicher Unterrichts-Anstalten der Provinz Brescia, Präsident des Municipiums der Stadt, des Atheneums und der Quirinischen Akademie, administrativer Stellvertreter der Präfectur del Mella, Mitglied der Magistratur in Wasser- und Straßenbausachen, der Verwaltung und Leitung des Theaters, k. k. Commissär der Abtheilung für die neue Volkszählung der Provinz Brescia, Präsident der Grundsteuer-Deputation für den Bürger- und geistlichen Stand, welche Stelle er bis [266] an seinen Tod bekleidete. In diesen verschiedenen, einflußreichen Stellungen hielt er bei festlichen und wichtigen Anlässen öffentliche Vorträge, welche theils in den Sammelschriften dieser Gesellschaften und wissenschaftlichen Körper abgedruckt, theils in den Acten der Behörden niedergelegt sind. In seiner Jugend veröffentlichte er ein Bändchen Dichtungen, Epigramme, Madrigale u. dgl. m., in der Folge eine Schrift über die Methode im Unterricht, ein paar landwirthschaftliche Abhandlungen, eine im Handbuche der Agricultur von Filippo Re, eine andere in der Biblioteca italiana, eine Abhandlung über den neuen Kataster, welche von dem Atheneum mit dem Preise betheilt wurde und endlich eine Erwiederung auf die Bemerkungen Rezzonico’s über diese Abhandlung. Im Alter von 84 Jahren starb M., der durch Wissenschaftlichkeit und Verdienste um das Gemeinwohl in wechselvollen bewegten Zeiten und unter sechs Regierungen eine Zierde des Brescianer Adels war.

Commentari dell’ Ateneo di Brescia dall’ anno 1848 a tutto Il 1850 (Brescia 1850, Venturini, 8°.) p. 206.