BLKÖ:Manin, Leonhard conte

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 377. (Quelle)
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Manin, Leonhard conte (Geschichts- und Alterthumsforscher, geb. zu Venedig 1. Mai 1771, gest. ebenda 7. April 1853). Einer alten Venetianer Patricierfamilien entstammend, ist er ein Neffe jenes Ludwig Manin, der zuletzt die Dogenwürde Venedigs bekleidet hat. Da ihm als Verwandten des Dogen das Gesetz verbot, irgend ein öffentliches Amt zu bekleiden, lebte Leonhard ausschließlich seinen Studien, zu denen vornehmlich die Geschichte und zunächst jene seines engeren Vaterlandes gehörte. In einem der Wissenschaft und ihrer Pflege gewidmeten Leben nahm er auch an Allem, was damit in irgend einer Beziehung stand, regen Antheil. So wirkte er besonders mit, als sich im Jahre 1812 aus der Gesellschaft der Medicin, der Accademia de’ Filareti und der venetianischen Akademie der schönen Künste das Ateneo Veneto bildete und wurde eines der thätigsten wirkenden Mitglieder und im Jahre 1833 Präsident desselben. Als mit kais. Decret vom 13. August 1838 das Istituto Veneto di scienze lettere ed Arte gestiftet wurde, erfolgte am 21. März 1841 die Ernennung Manin’s zum wirklichen Mitgliede und ersten Präsidenten desselben. Ueberdieß war M. k. k. Kämmerer, geheimer Rath und Oberststallmeister des lombardisch-venetianischen Königreichs. Die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Forschungen hat M. theils in einigen selbstständigen Werken, theils in einigen Abhandlungen niedergelegt, welche in den Sammelschriften der gelehrten Vereine abgedruckt sind, deren Mitglied er gewesen. Außer einigen Fest- und Gelegenheitsreden sind anzuführen: „Memorie storico-critiche intorno alla vita, translazione ed invenzioni di San Marco Evangelista“ (Venedig 1815, Picotti, 4°.), dieses im Jahre 1835 (Venedig bei Merlo) wieder gedruckte, mit einem Anhange und Urkunden vermehrte Werk ist vom Autor Sr. Majestät dem Kaiser Franz gewidmet; – [„Illustrazione delle Medaglie dei Dogi di Venezia denominate Oselle“ (ebd. 1834), die neue, mit Verbesserungen und Zusätzen vermehrte Ausgabe erschien im Jahre 1847 ebendaselbst; – [„Delle antichità da attribuirsi secondo la storia alle veneziane monete“[ (ebd. 1852), herausgegeben per Nozze Giovanelli-Chigi. In den Esercitazioni scientifiche e letterarie des [Ateneo Veneto[ Tom. I–V sind folgende Abhandlungen [Manin[’s enthalten: „Elogio del Cardinale Bernardo Navagero vescovo di Verona“; – „Esame ragionato sul libro delle Monete dei Veneziani dal principio al fine della loro Republica, Parte 1ma, ist gegen das Werk des Dr. Menizzi gerichtet; – „Ogni genere di Studio da Veneziani coltivavasi anche negli ultimi anni dell’ antico governo“; – „Degli studii fatti dagli idraulici nazionali e forestieri sulle lagune in varii tempi“; – „Saggio sopra alcune figure simboliche espresse in antiche fabbriche di Venezia“; – „Sopra un antico codice di Marina“; – „Confutazione di Daru circa la mala amministrazione delle provincie govemate dai Veneti“ und „Delle relazioni degli Ambasciatori Veneti“. In [378] den Abhandlungen des Istituto Veneto aber, dessen Präsident er gewesen, sind von ihm enthalten: „Alcuni cenni sullo studio della lingua Greca in Venezia dai primi secoli della viniziana signoria“; – „Sopra alcuni abbagli presi dal Sansovino nella sua Venezia descritta“; – „Sul vero carattere della storia“; – „Delle accoglienze usate dai Viniziani a Principi esteri“; – „Relazione delle feste fatte nel 1708 al re Federico IV. di Danimarca“. Manin, der im hohen Alter von 82 Jahren starb, war Mitglied der vornehmsten gelehrten Gesellschaften Italiens.

Il Conte Leonardo Manin. Biografia scritta dall’ Abate Giuseppe Veronese (Venezia 1862, Giamb. Merlo, gr. 8°.). – Biografia del conte Leonardo Manin letta dal Dott. Girolamo Venanzio all’ I. R. Istituto veneto il giorno XIV agosto MDCCCLIII (Venezia 1865, Antonelli, gr. 8°.) [per nozze de Contin-Pantucci].