BLKÖ:Mehoffer, Joseph von (Oberst)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 17 (1867), ab Seite: 273. (Quelle)
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Mehoffer, Joseph von (k. k. Oberst, geb. zu Zaleszczyki in Galizien im Jahre 1816, gest. zu Lemberg 19. October 1861). Ein Sohn des Kreiscommissärs Joseph von M. [siehe den [274] Vorigen]. Besuchte die Schulen in Lemberg und trat im Jahre 1834, 18 Jahre alt, als Cadet in das Infanterie-Regiment Mazzuchelli Nr. 10, in welchem er im Jahre 1842 zum Officier befördert wurde. Aus demselben wurde er als Oberlieutenant in das 18. Infanterie-Regiment, damals Reisinger, jetzt Großfürst Constantin, und im September 1848 in gleicher Eigenschaft in das 14. Gendarmerie-Regiment übersetzt, in welchem er bereits nach Jahresfrist, nachdem er nur zehn Monate Rittmeister gewesen, zum Major befördert und als solcher in das 5. Gendarmerie-Regiment eingetheilt wurde. Von der Gendarmerie kam M. im Jahre 1853 in gleicher Eigenschaft zu Kinsky-, im Jahre 1858 als Oberstlieutenant zu Erzh. Sigmund-Infanterie und wurde im Juli 1859 Oberst und Commandant des 57. Infanterie-Regiments, aus welchem er im Mai 1861 in gleicher Eigenschaft in das Infanterie-Regiment Nr. 20 Kronprinz von Preußen übersetzt wurde. In einer im Ganzen 27 Jahre umfassenden Dienstzeit, von welcher acht volle Jahre auf den Cadetendienst entfallen, hat also M. in der verhältnißmäßig kurzen Zeit von 18 Jahren eine ungewöhnlich rasche Laufbahn zurückgelegt, da er im Alter von erst 43 Jahren bereits Oberst und Regimentscommandant war, eine Laufbahn, die er vornehmlich seiner Geschicklichkeit, Energie und Tapferkeit verdankte. Schon als Cadet stand er beim Generalstabe in Verwendung, als Officier that er Adjutantendienste und im Sommer 1849 war er beim Militär-Gouvernement in Mailand zugetheilt. Die Feldzüge 1848 und 1849 focht M. in Italien mit und wohnte den Gefechten und Schlachten bei Santa Lucia, Montanara, Curtatone, Somma Campagna, Custozza, Lodi und Mailand, dann bei Mortara und Novara und später in Ungarn bei Komorn bei. Beim Ausbruche der Revolution in Mailand erhielt er eine leichte Kopfwunde, bei Santa Lucia einen Prellschuß am linken Fußknöchel, vor Komorn, am 4. August 1849, einen Flintenschuß an der rechten Hand, in Folge dessen ihm ein paar Finger derselben abgenommen werden mußten. Im Feldzuge 1859 focht M. in der Schlacht bei Magenta, und wurde für sein ausgezeichnetes Verhalten am 27. Juni g. J. mit dem Orden der eisernen Krone dritter Classe ausgezeichnet. Nach der Schlacht von Novara ward er mit einer geheimen Sendung nach Gaëta betraut; vor Ausbruch des Feldzuges 1859 aber mit einer militärischen Sendung nach Piemont, später nach Mittelitalien und zuletzt nach Frankreich beauftragt. M. war ein Stabsofficier von ungewöhnlichen Talenten und von einer im strengen Dienste von der Pike auf erworbenen Verwendbarkeit, wie sie nicht täglich vorkommt. Er hat sich durch seine eigene ausgezeichnete Thätigkeit in rascher Folge emporgeschwungen und hätte gewiß, wenn nicht ein vorschneller Tod ihn mitten in seiner rühmlichen Laufbahn ereilt hätte, noch viel Verdienstliches geleistet. Mehoffer wird in den Nekrologen, die nach seinem Tode erschienen sind, Ritter von Mehoffer genannt. Er war es nicht, sondern einfach Joseph von Mehoffer. Der Orden der eisernen Krone dritter Classe gab ihm wohl das Recht, sich um den Ritterstand zu bewerben, den er statutenmäßig auch erlangt hätte, aber in den Acten ist eine solche Bewerbung und eine Verleihung des Ritterstandes nicht vorhanden.

Militär-Zeitung, herausg. von [Jaromir Hirtenfeld|J. Hirtenfeld]] (Wien, gr. 4°.) XIV. Jahrg. (1861), S. 773.