BLKÖ:Molitor, Ulrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 468. (Quelle)
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10. Ulrich Molitor (geb. zu Ueberlingen am Bodensee um das Jahr 1526, gest. im Stifte Heiligenkreuz bei Wien 24. April 1585). Abt Conrad III. in Heiligenkreuz suchte das bereits durch die Türkenkriege und die damit in Verbindung stehenden Nachwehen heruntergekommene Stift wieder einigermaßen zu heben und die Zahl der Klosterbrüder, die auf 7 herabgesunken war, zu vermehren. In seinem Geburtsorte Ueberlingen warb er junge Studirende, und unter diesen Ulrich Molitor, [469] der im Jahre 1548 in den Cisterzienserorden aufgenommen wurde. Ulrich wurde Prior, und als Abt Conrad im Jahre 1558 starb, dessen Nachfolger. Der Zustand des Stiftes, als Ulrich an dessen Spitze trat, war ein betrübender, die Schuldenlast groß, die meisten Güter in fremden Händen. Ulrich’s Energie riß das Stift aus seiner bedrängten Lage, die verpfändeten Güter löste er allmälig ein, andere erwarb er durch Kauf, das Schloß zu Gaaden erbaute er, die Cultur des in der Umgegend des Stiftes wachsenden Weines hob er und hinterließ, als er starb, seinem Nachfolger 13.000 Eimer der besten Sorten in den Stiftskellern, kurz, unter seiner Leitung hob sich das Stift zu neuer und erhöhter Bedeutung. Das Andenken Ulrich’s, der sich den Beinamen des zweiten Stifters von Heiligenkreuz erworben, ist durch einen Denkstein im Cryptarium des Stiftes und durch eine Denkmünze erhalten. Die Inschrift des Denksteins, wie die genaue Beschreibung der Denkmünze theilt Bergmann in dem unten bezeichneten Werke mit. [Bergmann (Jos.), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844–1857, Tendler, 4°.) Bd. II, S. 24–29.]

Ende des achtzehnten Bandes.