BLKÖ:Moosbrugger, Friedrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Moosbrugger, Joseph
Band: 19 (1868), ab Seite: 68. (Quelle)
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Friedrich (geb. 1804) erhielt von seinem eigenen Vater, als dieser des Sohnes ausgesprochenes Talent für die Kunst gewahrte, den Unterricht in derselben. Im Jahre 1821 kam er auf die Akademie nach München, wo eben damals unter König Ludwig’s Aegyde ein neues Kunstleben, sich von da aus über ganz Deutschland verbreitend, aufblühte. Dann ging M. nach Karlsruhe, wo er einige Zeit verweilte und trat im Herbste 1827 die Reise nach Italien an, um dort seine künstlerische Ausbildung zu vollenden. In Italien blieb M. bis zu Anbeginn des Jahres 1829. In Rom besuchte er die französische Kunstschule und studirte überdieß fleißig die zahllosen Kunstschätze der ewigen Stadt. An dem Maler Joseph Anton Koch [Bd. XII, S. 184] fand er einen Freund, von dessen Tadel er manches lernte. Während der Sommermonate des Jahres 1828 machte er Landschaftsstudien im Sabinergebirge, im Herbste genannten Jahres besuchte er Neapel, wo er mehrere ganz vorzügliche Bilder malte und kehrte dann, von Sehnsucht getrieben, in seine deutsche Heimat zurück. Einen größeren Wirkungskreis zur Ausübung seiner Kunst suchend, trat er im August 1830 die Reise nach St. Petersburg an. Er ging in Lübeck zu Schiffe, und da er mit einem Kauffahrer reiste, ging die Reise nur sehr langsam von Statten. Während der ganzen dreiwöchentlichen Reise immerfort seekrank, kam er sehr leidend in St. Petersburg an, wo er in der ersten Zeit fast ohne alle Pflege sich befand, und, als ihn ein Freund nach langem vergeblichen Suchen endlich aufgefunden, bereits in einem solchen Zustande war, daß auch die liebevollste Sorgfalt ihn nicht mehr zu retten vermochte. Am 17. October 1830 war er verschieden und wenige Tage darnach erschütterte die Trauerkunde seines unvorhergesehenen Todes in der vollsten Blüthe seines Lebens – denn er zählte erst 26 Jahre – die deutschen Künstlerkreise. Von seinen Bildern wurden seiner Zeit sehr gerühmt: „Der Bockkeller“; – „Der Invalide“; – „Der Tänzer“; – „Der Brettspieler“; – „Die Kameraden“, sämmtlich im Jahre 1826 in Karlsruhe gemalt; – „Untergang der Sonne in’s Meer“; – „Landschaftsstudien“, aus der Umgebung von Civitella und Olevano im Sabinergebirge; – „Improvisatore im Golf von Neapel“; – „Brustbild einer Römerin“; – „Das Atelier des Künstlers“, vielleicht das beste Bild, das er gemalt; – „Banditenscene aus dem Sabinergebirge“ u. dgl. m. Sichere Zeichnung, in späterer Zeit klares frisches Colorit, Humor und heitere Naivität in der Auffassung und große Leichtigkeit in Darstellung und Ausführung charakterisiren seine Arbeiten. Dabei arbeitete er ungemein rasch und sicher. Bei solchen Vorzügen in solchem Alter hatte er eine schöne Zukunft vor sich, aber ein vorschneller Tod entriß der Kunst ein Talent, das unbedingt noch Bedeutenderes geleistet hätte. –