BLKÖ:Muoni, Damian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 463. (Quelle)
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Muoni, Damian (Numismatiker, geboren im Mailändischen). Zeitgenoß. Muoni trat nach beendeten Studien in kais. österreichische Dienste und bekleidete in denselben im Jahre 1861 die Stelle eines Regierungssecretärs in Mailand. Doch nicht diese amtliche Stellung ist es, die ihn für dieses Werk wichtig macht, vielmehr seine historischen Sammlungen mannigfacher Art, die er überdieß Forschern stets mit großer Liberalität zur Verfügung stellte. Seine Sammlungen sind folgende, erstens eine Autographen-Sammlung, im Ganzen 20.000 Stücke mit Biographien, Dokumenten und 6000 Porträten. Diese Autographen-Sammlung, deren älteste Stücke aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen, zerfällt in vier Abtheilungen, deren erste die Serien der Päpste, der vornehmsten Regentenhäuser in Europa, der Dogen von Genua und Venedig und anderer hochfürstlicher Familien enthält; die zweite umfaßt die Gouverneure und General-Capitäne des Staates Mailand und beginnt mit dem Jahre 1499, als Ludovico Moro eine Regentschaft einsetzte, die ihn während seiner Abwesenheit vertreten sollte; die dritte umfaßt die höchst interessante der Künstler, und diese ist, während die beiden anderen in chronologischer Ordnung sich befinden, in alphabetischer Reihenfolge geordnet; die vierte Abtheilung endlich, auch in alphabetischer Ordnung zusammengestellt, [464] enthält jede wissenschaftliche, literarische, politische, religiöse und militärische Celebrität. In Verbindung mit dieser werthvollen Autographen-Sammlung steht eine Sammlung von mehreren hundert unedirten handschriftlichen Werken, Municipalgeschichten, diplomatischen Correspondenzen, Festungs- und Schlachtenplänen; eine Sammlung von 1000 Medaillen und 6000 alten und neueren Münzen, und außerdem eine sehr gewählte Alterthums-Sammlung, als Gemälde, Cartons, Pergamente, Porcellains, geschnittene Steine, Rüstungen, Waffen, hetruskische Gefäße u. dgl. m. Diese werthvollen Sammlungen haben Muoni zu wiederholten Malen auf das schriftstellerische Gebiet gedrängt und verdankt die Literatur dem rastlosen Sammler einige recht werthvolle Publicationen, als da sind: „Lettere inedite di Eugenio di Savoja a Don Uberto Stampa di Montecastello“ (Milano 1854); – „Memorie storiche di Antignate“ (Milano 1860); – „La famiglia Sforza“ (Milano 1860, 4°., con tavole in rame); – „Collezione d’Autografi di famiglie Sovrane, celebrità politiche, militari, ecclesiastiche, scientifiche, letterarie ed artistiche, illustrata con cenni biografici, documenti, fac-simili ritratti, monete di alcuni stati italiani ecc.“ (Milano 1859, gr. 8°., mit neun Tafeln); dieses letzte, wie es den Anschein hat, auf einen größeren Umfang angelegte Werk, ist in dieser ersten Veröffentlichung, gleichsam nur der Anfang, denn es umfaßt nur die Governatori, Luogotenenti e Capitani generali dello stato di Milano. Der Text ist übrigens ungemein fleißig und mit Benützung eines reichen Quellenapparates gearbeitet. Ueber die ferneren Schicksale der Sammlung und ihres Besitzers nach der Einverleibung Mailands in das Königreich Italien ist dem Herausgeber dieses Lexikons Näheres nicht bekannt.

Schweitzer (F.), Notizie peregrine di Numismatica e d’Archeologia (Trieste 1861, Stalleker, 8°.) Decade VI, p. 137.