BLKÖ:Mutinelli, Johann Baptist

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mutinelli, Fabian
Band: 19 (1868), ab Seite: 480. (Quelle)
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Mutinelli, Johann Baptist (Schriftsteller, geb. zu Verona im Jahre 1747, gest. zu Venedig 3. Mai 1823). Entstammt einer alten Veronesischen Adelsfamilie. Obgleich M. von Jugend an zur angenehmeren Beschäftigung mit den [481] schönen Wissenschaften hinneigte, begann er doch das ernste Studium der Rechtswissenschaften und widmete sich nach deren Beendigung der Advocatur. Mehrere Jahre übte er in Venedig, wo er sich mit der letzten Erbtochter der Patrizierfamilie Bonvicini vermält hatte, die Advocatenpraxis aus, bis ihn die politischen Veränderungen seines Vaterlandes auf ein anderes, wenngleich dem früheren nahverwandtes Gebiet führten. In der Napoleonischen Periode bekleidete M. das Amt eine Richters im Civil- und Criminalhofe für die adriatischen Provinzen; als später die venetianischen Provinzen an die österreichische Regierung zurückkamen, wurde M. als Rath bei dem k. k. Appellationsgerichte in Venedig angestellt, welches Amt er bis zu seinem im Alter von 76 Jahren erfolgten Tode bekleidete. Neben seinem ernsten amtlichen Berufe blieb M. auch den schönen Wissenschaften hold und erwarb sich durch mehrere, mit stylistischer Eleganz und Anmuth verfaßte Poesien einen geachteten Dichternamen. Zuerst trat er mit dem didaktischen Gedichte: „La Sera“ auf. Mutinelli war damals noch sehr jung, aber das mit Geschick behandelte Gedicht fand in maßgebenden Kreisen Beifall. Demselben folgten nun rasch aufeinander: „Il Giornalista“, in zwei Gesängen in Ottavarime, und „La Generazione dell’ Uomo“, ein Werk, abwechselnd in Prosa und gebundener Rede, das sich sogar der Anerkennung eines Ippolito Pindemonte zu erfreuen hatte. An poetischen Arbeiten erschien nunmehr, außer zahlreichen kleineren Gedichten in Journalen, Sammelwerken und im „Pamaso dei Traduttori“, das Werkchen: „Soliloquii trasportati in verso italiano“. Indessen vernachlässigte M. auch die ernste Forschung im Gebiete seines amtlichen Berufes nicht, Zeuge dafür ist sein Werk: „Dei diritti della città d’Adria“, welches er im Jahre 1807 durch den Druck veröffentlicht hatte. Der Nekrolog gedenkt noch eine „Canzoniere“ Mutinelli’s, von dem es nicht bekannt ist, was damit geschehen und ob er überhaupt gedruckt worden. Mutinelli ist in der Kirche zu St. Stephan in Venedig in der unmittelbaren Nähe des alten Klosters der Emeriten vom h. Augustin begraben. –