BLKÖ:Pasqui, Dominik Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pasquich, Johann
Band: 21 (1870), ab Seite: 321. (Quelle)
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Pasqui, Dominik Joseph[BN 1] (Tonsetzer, geb. zu Roveredo 21. November 1722, gest. 27. August 1780). Neben den theologischen Studien, denen P. anfänglich in seiner Vaterstadt Roveredo, später im Collegium Lodron zu Salzburg oblag und welche er auch in letzterer Stadt beendete, betrieb er mit besonderem Eifer das Studium der Musik und nahm bei dem Capellmeister der San Marcuskirche zu Roveredo, Crispin Gerosa, Unterricht im Contrapuncte, den er später an der damals berühmten Capelle der Salzburger Kathedrale fortsetzte. Nebenbei beschäftigte er sich auch fleißig mit Mathematik und in seinen Mußestunden – nicht eben ohne Erfolg – mit der Malerei. Schließlich widmete er sich gänzlich der Musik, und zwar als Priester fast ausschließlich der Pflege der Kirchenmusik. Als sein ehemaliger Meister Gerosa starb, berief ihn die Stadt Roveredo auf dessen Posten, und so wirkte er bis an seinen Tod als Organist der San Marcuskirche und als ausgezeichneter Capellmeister. Er besaß als Musicus, indem er fast alle Instrumente[WS 1], mit besonderer Virtuosität aber den dreisaitigen Contrabaß spielte, einen ausgezeichneten Namen, nicht nur in seiner Heimat, sondern auch im benachbarten Italien und in Deutschland. Im Jahre 1765 wurde er anläßlich der Hochzeitsfeierlichkeiten des Erzherzogs Leopold nach Innsbruck berufen, um dort bei den musikalischen [322] Aufführungen mitzuwirken. Dort componirte er auch im kurzen Zeitraume von zwei Wochen seine Messe: „Santa Maria“, welche in Innsbruck mit großem Beifalle aufgeführt wurde. Der berühmte Adolph Hasse, genannt il Sassone, welcher sich damals auch im erzherzoglichen Gefolge zu Innsbruck befand, spielte den Orgelpart. Außerdem componirte Pasqui noch über fünfzig Messen, deren jede er nach dem Namen eines Heiligen bezeichnete, ein Miserere, sechs Festvespern, viele Psalmen, Hymnen, Responsorien und mehrere Litaneien der h. Mutter Gottes in verschiedenen Tonarten. Noch lange nach seinem Tode wurden Messen Pasqui’s zur Aufführung gebracht, so deren vier von Paisiello in Neapel, und mehrere von Jacob Gottfried Ferrari, einem gebornen Roveredaner und später Musiklehrer in London, der in seinen Jugendjahren Pasqui’s Schüler gewesen. Der größte Theil von Pasqui’s Werken dürfte wohl im Musikarchive der San Marcuskirche zu Roveredo aufbewahrt sein.

Florilegio scientifico storico letterario del Tirolo italiano (Padua 1856, gr. 8°.) p. 588: „Elogio storico di Domenico Pasqui scritto da Giampietro Beltrami.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Pasqui, Dominik Joseph [Bd. XXI, S. 321]
    Biogr. handschr. Notizen im Archiv u. s. w., wie bei Haas. [Bd. 26, S. 399.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Instumente.