BLKÖ:Prónay von Tót-Próna und zu Blathnitza, Alexander Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Promberger, Johann
Band: 24 (1872), ab Seite: 11. (Quelle)
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Prónay von Tót-Próna und zu Blathnitza, Alexander Freiherr (Humanist, geb. zu Acsa im Pesther Comitate 1. April 1760, gest. 5. Februar 1839). Der Sohn des Csanáder Obergespans Ladislaus Pronay aus dessen Ehe mit Rosalia Radvanszky, erhielt er im Hause seines Vaters eine sorgfältige Erziehung. Hierauf ging P. nach Preßburg, wo er die philosophischen, und dann nach Pesth, wo er die juridischen Studien vollendete. Er unternahm nun mehrere Reisen, auf welchen er die größten deutschen Universitäten besuchte und an denselben auch Vorlesungen über Geschichte und deren Hilfswissenschaften, sein Lieblingsstudium, hörte. In seine Heimat zurückgekehrt, wandte er der Entwicklung der evangelischen Kirche in Ungarn sein Hauptaugenmerk zu, so daß er schon im Alter von 20 Jahren Vorsteher der evangelischen Schulen war. Später wurde er Vice-Präsident und im Jahre 1819 General-Inspector der evangelischen Kirche in Ungarn, welche Stelle er bis 1839 bekleidete. P. war auch als Schriftsteller thätig und verfaßte in seiner Jugend einige Arbeiten historischen Inhalts. Während seiner Betheiligung an den Reichstagen gab er im Jahre 1830 eine Schrift: „Az országyüles elrendezésröl“, d. i. Von der Organisation des Landtages, heraus. Außerdem sammelte P. sehr eifrig Notizen über den Ursprung der Ungarn, welche aber bis jetzt, ebenso wie mehrere anderen Arbeiten P.’s über denselben Gegenstand noch ungedruckt sind. Die vielen Verdienste, die er sich um die Wohlfahrt seines Vaterlandes erworben, erhielten auch ihre Anerkennung. Im Jahre 1790 wurde er Ritter des goldenen Sporns und kurze Zeit darauf erhielt er den Titel eines k. Kämmerers. Auch war P. Director der ungarischen Akademie, deren Capital er um 2000 fl. vermehrt hatte. Er starb in seinem 79. Lebensjahre.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjté Ferenczy Jacab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller, Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) Bd. I, S. 373. – Borbis (Johannes), Die evangelisch-lutherische Kirche Ungarns in ihrer geschichtlichen Entwicklung u. s. w. (Nördlingen 1861, C. H. Beck, 8°.) S. 233. – Magyar néplap (Pesther illustrirtes Blatt, 8°.) 1857, Nr. 26: „Báró Prónay Sándor“. – Kepes Ujság (Pesther illustrirtes Blatt, 8°.) 1860, Nr. 26, S. 297: „Báró Prónay Sándor“Porträte. Magyar néplap“ und „Kepes ujság“ in den vorangezeigten Nummern enthalten Alexander Prónay’s Bildniß im Holzschnitt.