BLKÖ:Promberger, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 24 (1872), ab Seite: 10. (Quelle)
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Promberger, Johann (Tonsetzer, geb. zu Wien 15. September 1819). Sein Vater, auch Johann (geb. zu Konfulek in Tirol 25. Juni 1779, gest. zu Wien 25. Juni 1834), war ein geschickter Clavierfabrikant in Wien. Der Sohn, der schon in jungen Jahren Talent für die Musik zeigte, wurde zuerst von einem Arbeiter in der Fabrik seines Vaters, von Ries, dem Bruder des Componisten Ferdinand Ries, im Clavierspiele unterrichtet, den weiteren Unterricht setzten tüchtige Meister fort. Schon als Knabe von 12 Jahren trat er öffentlich als Pianofortespieler auf. Seine weitere Ausbildung erhielt er unter Czerny und Bocklet, und im Contrapuncte unter Ritter von Seyfried. Nun machte er mehrere Kunstausflüge, auf welchen er mit Erfolg Proben seines schönen Talentes ablegte, dann aber ließ er sich in Wien nieder, wo er sich dem Lehrfache in der Musik zuwendete, mehrere tüchtige Schüler bildete und als geschmackvoller Compositeur sich auch mit Composition beschäftigte. Aber bereits im Jahre 1843 siedelte er nach St. Petersburg über, wo er seither lebt. Mit seiner ersten Composition trat er als 21jähriger Jüngling im Jahre 1830 vor das Publicum. Sie betitelte sich: „Erinnerungen an Ungarn. Eine charakteristische Phantasie für das Pianoforte“. Die Arbeit erregte sowohl hinsichtlich der technischen Durchführung, da Ausdruck, Fingersatz, Eintheilung nicht Dagewesenes darboten, in musikalischen Kreisen einigermaßen Aufsehen. Es folgten nun: „Mosaique de Norma de Bellini, conc. p. Pianoforte et Violonc.“, Op. 2.; – „Divertissement concert. in Gm.“, nach Motiven aus „Robert der Teufel“, von Meyerbeer, Op. 3; – „Divertissement concertant sur les motifs fav. de Scaramuccia“, de L. Ricci, Op. 4; – „Potpourri für Pianoforte, Violine und Violincell“ (ad lib.), Op. 5, aus „Robert“, „Lorbeerbaum und Bettelstab“, „Zweikampf“, „Fra Diavolo und Schwur“ u. m. a., in welchem sich mit seinem Geschmacke schwungvoller Styl [11] und brillante Technik vereinigten, so daß seine Compositionen sehr gesucht wurden. Die Zahl derselben mag im Ganzen bisher wohl ein halbes Hundert übersteigen; es befinden sich darunter Ouverturen, Concertino’s, Phantasien, Potpourri’s, Variationen, Divertissements, Gesänge, 7 Clarinettstücke u. dgl. m.

Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst, Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, gr. 8°.) S. 691. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 274.