BLKÖ:Prokosch, Anton Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Prokoppy, Philipp
Band: 24 (1872), ab Seite: 7. (Quelle)
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Prokosch, Anton Ritter von (k. k. Hauptmann und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Trohatin in Böhmen 1817). Wurde am 24. April 1837 als Gemeiner zum 35. Infanterie-Regimente Baron Fleischer assentirt. Am 1. December 1840 zum 1. Artillerie-Regimente übersetzt, diente er 11 Jahre als Unterofficier in dieser Waffengattung, bis er am 1. Jänner 1851 zum Lieutenant mit gleichzeitiger Uebersetzung zum 1. Feld-Artillerie-Regimente befördert wurde. Bis zum Jahre 1854 noch zum 2. und hierauf zum 6. Feld-Artillerie-Regimente transferirt, rückte P. am 11. November desselben Jahres zum Oberlieutenant vor. Am 30. November 1857 kam P. zum 8. Feld-Artillerie-Regimente, mit welchem er den italienischen Feldzug von 1859 mitmachte. Die Schlacht von Montebello bot auch ihm, wie so vielen Anderen, glänzende Gelegenheit, seinen Muth und militärischen Scharfblick praktisch zu bewähren. P., mit einer halben 12pfünder-Batterie des genannten Regiments der Brigade des General-Majors Grafen Schaffgotsche zugewiesen, erhielt am 20. Mai 1859 in Casteggio um 12 Uhr Mittags den Befehl zur Unterstützung der Brigade, die bei Senestrella im Feuer stand, vorzurücken. Nach ungefähr 1½ Stunden hinter Campo Fero angelangt, setzte sich P. augenblicklich in Kampfbereitschaft. Nach einigen, mit guter Wirkung abgegebenen Schüssen mußte er sich jedoch zurückziehen, da er sonst in Gefahr war, abgeschnitten zu werden, indem auch die Brigade, der Uebermacht weichend, zurückging. Unter beständigem Feuer bewerkstelligte er seinen Rückzug bis Montebello und nahm daselbst neuerdings Stellung. Auf diesem Puncte entwickelte P. nun ein lebhaftes und erfolgreiches Geschützfeuer, bis um 3 Uhr Nachmittag die Brigade durch die Brigade Braun abgelöst werden sollte. Da P. nun sah, daß, wenn dieser Punct von Artillerie entblößt und aufgegeben würde, die österreichische Armee ungeheuere Verluste sowohl an Mannschaft, als auch am Terrain und einer vollständigen[WS 1] Brückenequipage erleiden könnte, auch keine Artillerie zur Ablösung eintraf, so leistete P. dem Befehle keine Folge, sondern verharrte bis 6 Uhr Abends, wo das Gefecht zu Ende ging, in seiner Stellung, während welcher Zeit er alle Angriffe des Feindes auf der Straße vereitelte und sogar das feindliche Artilleriefeuer zum Schweigen brachte. P. wurde für diese seine tapfere That, deren Unterbleiben für die österreichische Armee verhängnißvoll hätte werden können, mit Allerh. Handschreiben ddo. 2. Juni [8] 1859 mit dem Ritterkreuze des k. k. österreichischen Leopold-Ordens und nach Beendigung des Feldzuges mit Allerh. Handschreiben vom 17. October 1859 mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Am 4. Juni 1860 zum 2. Artillerie-Regimente, unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann, übersetzt, machte er in demselben den Feldzug vom Jahre 1866 mit und dient noch heute in dieser Charge in der k. k. Armee.

Acten des k. k. Maria Theresien-Ordens-Archives.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: vollstängen