BLKÖ:Ransonnet-Villez, Eugen Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Ranolder, Johann
Band: 24 (1872), ab Seite: 349. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Eugen von Ransonnet-Villez in der Wikipedia
Eugen von Ransonnet-Villez in Wikidata
GND-Eintrag: 11632967X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Ransonnet-Villez, Eugen Freiherr|24|349|}}

Ransonnet-Villez, Eugen Freiherr (Reisender und Maler, geb. zu Hietzing bei Wien 7. Juni 1838). Ein Sohn des Freiherrn Karl von Ransonnet [s. d. Folgenden) aus dessen Ehe mit Margarethe geb. Gräfin Bigot von Saint-Quentin. Nach beendeten Gymnasialstudien besuchte K. die Wiener Universität, widmete sich jedoch stets mit Vorliebe und günstigem Erfolge den zeichnenden Künsten, insbesondere der Oelmalerei. 1859 trat er in das k. k. Ministerium des Aeußern als Ministerial-Official und beschäftigte sich in freien Stunden rastlos mit artistischen und wissenschaftlichen Studien. 1860 besuchte R. Constantinopel, Kleinasien und Griechenland; 1862 Palästina, Egypten und das steinige Arabien. Früchte dieser letzteren Reise waren viele landschaftliche Skizzen und eine reiche Sammlung von Seethieren. Ein Theil des dießfälligen wissenschaftlichen Ergebnisses wurde in Wien, 1863, als Manuscript unter dem Titel: „Reise von Cairo nach Tor zu den Korallenbänken des rothen Meeres“, mit lithographischen Illustrationen, [350] gedruckt. Nach der von R. 1864 und 1865 unternommenen Reise nach Ceylon und der vorderindischen Halbinsel erschienen in London, bei Hardwicke, 1867; „Sketches of Ceylon“, mit 26 von ihm selbst lithographirten landschaftlichen und figuralischen Darstellungen, ferner mit unterseeischen Ansichten indischer Korallenbänke in Farbendruck. Die letztgenannten unterseeischen Bilder sind die ersten, welche auf Grundlage von mittelst der Taucherglocke aufgenommenen Skizzen ausgeführt worden sind. Dieselben Lithographien sind unter dem Titel: „Skizzen aus Ceylon“, mit einem inhaltreichen, beschreibenden und erzählenden Texte in deutscher Sprache, 1868 von Westermann in Braunschweig herausgegeben worden und fanden in wissenschaftlichen, wie auch in Künstlerkreisen günstige Aufnahme. Im Jahre 1868 wurde R. der k. k. Expedition zur Anbahnung commercieller Verbindungen mit Ostasien und Amerika als diplomatischer Attaché zugetheilt und bereiste sofort Vorder- und Hinterindien, Siam, China, Japan und einen Theil von Amerika. Die Ausbeute dieser Weltumseglung bestand für R. in nahezu 200 landschaftlichen und ethnographischen Skizzen, in einer reichen Sammlung von Producten des Handwerks, der Kunst und Kunstindustrie in jenen Ländern, endlich in etwa 5000 Exemplaren von Thieren aller Classen, worunter viele, bis dahin unbekannte Arten, welche er größtentheils dem k. k. zoologischen Hofcabinete in Wien widmete. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen erhielt R. im März 1871 den Orden der eisernen Krone III. Classe, nachdem ihm bereits früher von Sr. Majestät dem Kaiser die große Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen worden war. Seit 15. October 1870 ist R. mit Agathe gebornen Freiin von Geymüller verheirathet. Er lebt gegenwärtig in Wien, mit der Verarbeitung des gesammelten reichhaltigen Stoffes beschäftigt. Mehrere seiner Reiseberichte brachte das Abendblatt der „Wiener (amtlichen) Zeitung“ und einige der von ihm nach der Natur gezeichneten und für die vorerwähnten „Sketches of Ceylon“ lithographirten Tafeln waren 1868 in der März-Ausstellung des österreichischen Kunstvereins zu sehen.

Wiener Abendpost 1869, Nr. 79: „Aus Ostindien“. Von Eugen Freiherr von Ransonnet.