BLKÖ:Reindl, Mathias

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 25 (1873), ab Seite: 199. (Quelle)
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Reindl, Mathias (Tiroler Landesvertheidiger, geb. in Tirol, Geburtsjahr unbekannt, gest. zu Leutasch-Schanz in Tirol 8. Jänner 1858). Stammt von einer alten Tiroler Familie, welche ihren Ursprung in das 15. Jahrhundert zurückführt, in welchem die Vorfahren des Mathias Reindl dem flüchtigen Herzoge Friedrich mit der leeren Tasche lange Zeit Schutz und Unterkunft gewährten und von ihm in Anerkennung dieser That die Salzfreiheit erhielten, welche erst von Kaiser Joseph II. widerrufen wurde. Ein Anderer aus dieser Familie, nämlich Hans Reindl, war laut einer Urkunde aus dem Jahre 1512 Oberstjägermeister des Kaisers Maximilian I. Der obige Mathias, von dem Zengerhof, den er bewohnte, der Zengerbauer genannt, war in den Jahren 1805 und 1809, in denen die Tiroler sich mit blutiger Schrift in das Buch der Geschichte eingeschrieben, einer der wackersten Kämpfer. Im Jahre 1805 stand er mit noch 37 Anderen auf dem Alpl am Wetterstein, als die Franzosen, 13.000 Mann stark, bereits in Mittewald standen und ihn mit den Seinen immer mehr bedrängten. Die Flügelstellung auf der Alpe mit nur 38 Mann gegen einen mit solcher Macht andringenden Feind zu halten war unmöglich und Reindl machte den Commandanten der Befestigungen in Leutasch in dringendster Weise aufmerksam, wie nöthig auf diesem Posten eine Verstärkung sei. Die Antwort des Commandanten auf Reindl’s Vorstellungen waren Verweise, Drohungen und Beschimpfungen u. dgl.! Reindl leistete nun mit seinen 37 Gefährten den tapfersten Widerstand, als 3000 Franzosen gegen seine Stellung anrückten. Aber dieser Uebermacht mußte er, wenngleich nach längerem und blutigem Kampfe, endlich weichen. Dieß zog den Fall der Festung Scharnitz nach sich, die, wenn Reindl’s Verlangen um Verstärkung berücksichtigt worden wäre, vielleicht hätte gehalten werden können. Im Jahre 1809 focht Reindl neuerdings mit großer Tapferkeit an der Leutasch-Schanze.

Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck) 1858, Beilage 2 (bei Nr. 5): „Math. Reindl, Kämpfer an der Leutasch-Schanze“. – Klagenfurter Zeitung 1858, Nr. 13. –